ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 13:35 Uhr

LR vor Ort in Deulowitz
Wenig Hoffnung für Birkenallee

Deulowitzer ärgern sich über schlechte Straßen FOTO: Roswitha Werner
Guben. Bis auf den letzten Stuhl waren am Donnerstagabend alle Plätze in dem kleinen Versammlungssaal der Pro Seniore Residenz  besetzt. Mehr als 50 Deulowitzer wollten sich bei der Vor-Ort Veranstaltung der RUNDSCHAU für die Birkenallee stark machen. Von Michéle-Cathrin Zeidler

Viele sind enttäuscht, verärgert und auch wütend über den schlechten Zustand der Straße. Auf dem  rund 1,3 Kilometer langen Weg reiht sich Schlagloch an Schlagloch.

„Die Gelder werden nach Prioritätenliste eingesetzt, das müssen Sie verstehen, appelliert Baudezernent Olaf Lalk.
„Die Gelder werden nach Prioritätenliste eingesetzt, das müssen Sie verstehen, appelliert Baudezernent Olaf Lalk. FOTO: Roswitha Werner

„Die Birkenallee ist von Deulowitz die kürzeste Verbindung nach Guben“, so Ortsvorsteher Gert Richter.  „Er wird von den Kindern als Schul- und Kulturweg genutzt.“ Außerdem gebe es in dem Ort viele ältere Bürger ohne Fahrerlaubnis: „Die wollen trotzdem mal nach Guben zum Bäcker oder Metzger und nehmen dann mit ihrem Rad diesen Weg.“

„Der Birkenallee ist der kürzeste Weg nach Guben“, betont Ortsvorsteher Gert Richter.
„Der Birkenallee ist der kürzeste Weg nach Guben“, betont Ortsvorsteher Gert Richter. FOTO: Roswitha Werner

Die Stadt Guben hat zur Birkenallee einen klaren Standpunkt. „Die Birkenallee ist ein unbefestigter Wirtschaftsweg, der nur den Anliegern sowie dem Rad- und Fußverkehr dienen sollte“, sagt Baufachbereichsleiter Sven Rogosky. Die Hauptverkehrsanbindung von Deulowitz erfolge über die Betonstraße Richtung Cottbuser Straße, daher ist er auch auf diesem Weg Donnerstagabend nach Deulowitz gekommen. „Der Ausbau der Betonstraße hat für uns Priorität, und durch die anliegenden Unternehmen sind die Aussichten auf eine Förderung gut“, so Rogosky weiter. Der grundhafte Ausbau der Straße sei als Projekt im Leader-Programm zur Förderung des ländlichen Raumes vorgesehen. Die Stadt rechnet mit Gesamtkosten von 800 000 Euro und hat den nötigen Eigenanteil im Haushaltsjahr 2020 eingeplant.

„Die Anbinung von Deulowitz erfolgt über die Betonstraße“, sagt Baufachbereichsleiter Sven Rogosky.
„Die Anbinung von Deulowitz erfolgt über die Betonstraße“, sagt Baufachbereichsleiter Sven Rogosky. FOTO: Roswitha Werner

„Die Birkenallee war früher mein Schulweg“, erzählt die Deulowitzerin Doris Olschar den Podiumsgästen. „Bereits damals war der Weg in keinem guten Zustand, und ich finde es unverständlich, dass sich daran bis heute nichts geändert hat.“ Ihrer Meinung nach müsse der Weg einfach dringend gemacht werden. Wilfried Pansow teilt ihre Ansicht und ist enttäuscht von der Politik. „Bereits zu DDR-Zeiten haben wir über diese Straße diskutiert. Auf jeder Bürgerversammlung in Deulowitz war das ein Thema und es änderte sich nichts“, so der Deulowitzer. Es wünscht sich grundsätzlich von der Politik, dass mehr Geld in Straßen und Schulen statt ins Militär gesteckt werde.

„Es gibt leider keinen Notfall-Geldtopf, denn ich hierfür benutzten könnte“, so Landrat Altekrüger.
„Es gibt leider keinen Notfall-Geldtopf, denn ich hierfür benutzten könnte“, so Landrat Altekrüger. FOTO: Roswitha Werner

Die Geschichte um die Birkenallee reicht sogar noch weiter zurück, wie Gert Richter mit einem Brief belegen kann. Die Deulowitzerin Margitta Jähne hatte sich bereits 1986 in einem Schreiben an die Stadt kritisch zum Zustand des Weges geäußert. „Die Argumente waren schon damals die gleichen. Ich verstehe diese ganze Diskussion nicht“, findet Gert Richter. „Das sind alles nur Ausreden. Der Zustand der Straße ist katastrophal und einfach nicht mehr zeitgemäß.“

Für einen Ausbau der Birkenallee macht Sven Rogosky den Deulowitzern dennoch keine Hoffnung. In der Prioritätenliste der Stadt steht die Birkenallee weit unten. „Alleine im Stadtgebiet gibt es aktuell mehr als vier Kilometer unbefestigte Wege, und da wohnen direkt Anwohner“, sagt der Baufachbereichsleiter. Außerdem sei es nicht damit getan, den Weg auszubauen. „Ohne Zufahrtsbeschränkung wird der Weg zur Rennpiste“, befürchtet Rogosky.

Auch Gert Richters kreativer Lösungsvorschlag, die Birkenallee mit den 400 Millionen Euro zu finanzieren, die die Landesregierung durch den Wegfall der Kreisgebietsreform spart, bekommt eine Absage. „Direkt nach dem Ende der Reform habe ich eine Anfrage zu dem Geld gestellt, aber die Antwort war ernüchternd“, so Landrat Harald Altekrüger. Bisher sei davon im Landkreis Spree-Neiße nichts angekommen.

Deulowitzer ärgern sich über schlechte Straßen FOTO: Roswitha Werner