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| 16:33 Uhr

Pädagogik
Der Wald ruft zum Unterricht

Mit zahlreichen Angeboten rund um Wald und Flur hatte die Waldschule am Kleinsee am Samstag zum Waldschulfest eingeladen.
Mit zahlreichen Angeboten rund um Wald und Flur hatte die Waldschule am Kleinsee am Samstag zum Waldschulfest eingeladen. FOTO: Ute Richter
Tauer/Bärenklau. Beim Tag der offenen Tür am Kleinsee zeigte die Waldschule ihre Vielfältigkeit.

Die Waldschule am Kleinsee hatte am Samstag zum traditionellen Waldschulfest eingeladen. Jede Menge rund um Wald und Flur, aber auch Kulturelles und Kulinarisches gab es zu erleben.

Bei der Hof-Wald-Rallye konnten die zahlreichen Besucher an sechs Stationen ihr Wissen rund um die Natur testen. Bäume und ihr Laub, Tiere, ihr Fell und ihre Spuren im Sand, aber auch die Nahrungskette der Tiere waren zu bestimmen. Auch ein Quiz rund um den Wald und seine Bewohner war zu lösen. Für die Besten gab es kleine Preise.

Mit Ständen vertreten waren auch die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, die Naturwacht des Naturparks Schlaubetal, die Agrargenossenschaft Neuzelle, Korbflechter Werner Lange aus Fünfeichen, Imker Hans Jörg Breuninger aus Jänschwalde und der Tauchclub Guben.  Der Angelverein Bärenklau hatte sich eine ganz besondere Überraschung einfallen lassen und spendierte für jedes Stück, welches die Kinder aus einem Bottich angelten, ein Eis – Eisangeln sozusagen.

Waldhexe Jana brachte auf ihrer kleinen Waldschul-Theaterbühne den Kindern spielerisch Tiere und Früchte des Waldes näher. Viele Eltern mit ihren Kindern folgten dem Spektakel der Waldhexe, denn die „böse“ Hexe war in positiver Mission in der Waldschule. Die Feuerwehrautos der Feuerwehren aus Krayne und Turnow wurden vor allem von den jüngsten Besuchern in Beschlag genommen.

Der Bau von Vogelhäuschen kam auch in diesem Jahr wieder gut bei Gästen an. Die beiden Alpakas vom Alpakahof von Silke und Jörg Krüger aus Schenkendöbern verzauberten die Besucher mit ihren niedlichen Gesichtern.

Natürlich gab es jede Menge aus der Arbeit der Oberförsterei zu erfahren. Auch Waldspezialarbeiten wurden präsentiert. Mit dem Kremser ging es durch das Revier rund um den Kleinsee. Oberförster Siegfried Lüdecke hatte sich eine Tour einfallen lassen, bei der es um Male und Zeichen im Wald ging. Bei der fast einstündigen Kutschfahrt ging es darum, welche Zeichen Mensch und Tier im Wald hinterlassen.

Für die kulturelle Umrahmung sorgten die Gubener Zumba-Kids von Jana Döbler und die Jagdhornbläser. Für kulinarische Genüsse standen jede Menge Auswahlmöglichkeiten bereit. Neben dem Wildhandel Kroll kommt auch das Team von Wildspezialitäten Greschke aus Kiekebusch jedes Jahr an den Kleinsee. Zwei Schweine am Spieß mit je 45 Kilogramm Gewicht hatten sie mitgebracht, von denen am Ende nur noch die Knochen übrig waren.

 Tradition ist auch der Kuchenbasar der Krabat-Grundschule in Jänschwalde. Die fünfte Klasse sammelte damit schon mal für ihre Abschlussfahrt im kommenden Jahr. Klassenlehrerin Roswitha  Büttner erzählt, dass sie immer sehr gern mit ihren Schülern in die Waldschule kommt. „Hier können die Kinder das hautnah erfahren, was kein Buch wiedergeben kann“, so die Pädagogin.  Deshalb empfindet sie die Pläne, die Waldschulen in Brandenburg radikal zu reduzieren, als eine Katastrophe. „Es wird soviel Geld an manchen Stellen rausgeschmissen und hier, wo es allen Menschen, vor allem aber den Kindern zu Gute kommt, da will man sparen. Das geht überhaupt nicht. Die Waldschule hier am Kleinsee erfüllt einen Bildungsauftrag, den keine Kita und keine Schule in diesem Umfang leisten können. Die Kinder sind in der Natur und lernen fast ganz nebenbei etwas für ihre ganzes Leben“, macht sich die Lehrerin Luft.

 Und tatsächlich ist die Waldschule am Kleinsee mehr als gut besucht. Mehrere Tausend Besucher aus Cottbus, Guben, Forst, Burg und Eisenhüttenstadt kommen jedes Jahr zu Waldschulleiter Alf Pommerenke. Dort bietet er ihnen, angefangen vom kleinsten Waldläufer bis hin zum Abiturienten, ein altersstufengerechtes und themenbezogenes Konzept, das dem Anspruch der waldbezogenen Bildung für nachhaltige Entwicklung gerecht wird und ein entsprechendes Umweltbewusstsein vermittelt. Darüber hinaus überrascht die Waldschule auch alle anderen Generationen mit interessanten Einblicken in die Natur, und das seit 26 Jahren.

 Die Waldschule Kleinsee ist als Teil der Oberförsterei Cottbus eine waldpädagogische Einrichtung des Landesbetriebes Forst Brandenburg.