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| 16:52 Uhr

Historisch wertvoll
Industriegeschichte zum Anfassen

Jens-Uwe Klotz erklärt wie Dederon hergestellt wurde.
Jens-Uwe Klotz erklärt wie Dederon hergestellt wurde. FOTO: LR
Guben. Der Verein „Gubener Tuche und Chemiefasern“ feiert sein zehnjähriges Bestehen. Von Jenny Theiler

„Wir können in Guben auf ein spannendes Stück Industriegeschichte zurückblicken, und es ist unsere Aufgabe, das Vermächtnis derer zu bewahren, die nicht mehr unter uns weilen“, sagt Bürgermeister Fred Mahro in seiner Rede zur Festveranstaltung des Vereins am Montagabend. Der Bürgermeister würdigt außerdem die ehrenamtliche Arbeit, die das Wirken des Vereins prägt. Ohne den bedingungslosen Einsatz der engagierten Mitglieder sei auch die Ausstellung zur „Geschichte der Gubener Tuchmacher und des ehemaligen Chemiefaserwerks“ nicht zustande gekommen. Deswegen sind auch viele Gäste aus dem Spree-Neiße-Kreis im Gubener Industrie- und Stadtmuseum zusammengekommen, um das zehnjährige Bestehen des Vereins zu würdigen. Für das musikalische Programm sorgen zwei Schülerinnen aus der Musikschule Gubin.

Im Rahmen der historischen Erinnerung hat der Verein ursprünglich eine Chronik erstellen wollen, aus der dann im Laufe der Jahre eine vielseitige Ausstellung mit zahlreichen Exponaten aus unterschiedlichen Zeiten geworden ist, die weiter wächst. „Noch immer bringen uns viele Leute ihre alten Sachen vorbei“, berichtet Diethelm Pagel.

Alle ausgestellten Exponate wie Arbeitsgeräte, Dokumente, Bücher und Auszeichnungen, aber auch zahlreiche Alltagsgegenstände, die im Chemiefaserwerk hergestellt wurden, sind als Spende oder Leihgabe in den Fundus gekommen. Viele Artefakte können nur hinter Glas bewundert werden. Das meiste steht aber frei auf den Tischen und darf auch berührt werden. „Darum wird sogar ausdrücklich gebeten“, betont Vereinsmitglied Jens-Uwe Klotz. Vor allem die verschiedenen Fasern, Garne und Stoffe würden bei den Besuchern durch Berühren immer wieder schöne Erinnerungen hervorrufen und der Jugend einen plastischen Einblick in die Vergangenheit geben.

„Die Ausstellung kommt vor allem bei den Jüngeren sehr gut an. Die finden die Entwicklung des Tuchmachergewerbes in Guben total spannend“, freut sich Jens-Uwe Klotz.

Trotz steigender Mitgliederzahlen sei der demografische Wandel in Guben ein Problem, das auch im Verein spürbar ist. „Einige Mitglieder sind in den vergangenen Jahren leider von uns gegangen oder umgezogen. Deswegen sind neue Gesichter bei uns immer gern gesehen“, betont Diethelm Pagel. Viele Mitglieder sind ehemalige Mitarbeiter des Chemiefaserwerkes. Das sei aber kein Kriterium, denn eintreten darf jeder, dem die Tuchmachertradition der Stadt Guben am Herzen liegt.

Foto: Jenny Theiler
Foto: Jenny Theiler FOTO: LR