In Jänschwalde hat die Fastnacht eigentlich nie eine Pause gemacht - auch nicht zu Zeiten der DDR. Wohl auch deshalb sind die Bewohner des kleinen Dorfes stolz. "Gewinnen brauchten wir niemanden, alle machen gern mit. Und das sind fast nur Jänschwalder. Viele, die wegen der Arbeit weggehen mussten, kommen extra zur Fastnacht wieder zurück", weiß Rosi Tschuck vom Organisationskomitee. Sie verpasst ihrem selbst bestickten Rockband die letzten Stiche, denn für sie ist es selbstverständlich, dass sie wieder beim Umzug mitläuft. "Die älteren Frauen sind unsere Anziehfrauen. Bis die Tracht richtig sitzt, kann schon mal eine Stunde vergehen", weiß Rosi Tschuck. Die Mädchen und Frauen in Jänschwalde tragen traditionell zu ihrer Tracht eine Haube. Das allerdings war nicht immer so, weiß Ursula Starick. "Früher trugen alle Frauen kleine spitze Hauben. Im Jahr 1960 aber sah man auf den Fotos keine Hauben mehr. Heute gibt es wieder mehr davon", erklärt sie.

Weil die Hauben mit Pappe verstärkt sind, hofft sie, dass es am Samstag weder Regen noch Schnee gibt. Eine Besonderheit der Jänschwalde-Tracht sind auch Rock und Schürze. "Sie sind in Falten gelegt, gestärkt und sehen aus wie plissiert", verrät sie. Früher trugen die Frauen zudem nur weiße Schuhe zu weißen Strümpfen. Heute werden schwarze Spangenschuhe zu weißen Strumpfhosen getragen.

"Manchmal, wenn es extrem kalt war, wichen die Spangenschuhe auch schon mal schwarzen Stiefeln", so die Jänschwalderin. Dann schützte auch ein Fuchsfell über der Schulter die Frauen vor der Kälte. Nur einmal, im Jahr 1960, lief Ursula Starick selbst bei einer Fastnacht in Jänschwalde mit. Damals war auch ein Filmteam der Defa in Jänschwalde. "Die Aufnahmen liefen noch am selben Tag in der Aktuellen Kamera", erinnert sich Ursula Starick. Die 73-Jährige hat oft die Fastnachtsgesellschaften auf ihren Umzügen bewirtet. Als Dank dafür erhielt sie jedes Mal ein Schnäpschen, ein Ständchen und ein Tänzchen.

So wird es auch in diesem Jahr sein. Heute machen ihre drei Töchter, eine Schwiegertochter, eine Enkelin und eine Urenkelin in Tracht beim Umzug mit. "Es ist gut, dass diese Tradition erhalten bleibt", betont die Jänschwalderin.

Am Samstag geht es um 11 Uhr an der Feuerwehr Jänschwalde los. Heißes zum Aufwärmen sowie Süßes und Deftiges zur Stärkung gibt es an verschiedenen Sammelpunkten. Und Innen wird sowieso mit Hochprozentigem "eingeheizt". Begleitet wird der Zug von den Jänschwalder Blasmusikanten und der Kleinen Gubener Blasmusik. Am Abend ist dann Tanz in der Gaststätte Labsch. Schon am Sonntagmorgen müssen alle wieder fit sein, denn dann geht es auf Zampertour durch das Dorf.