Lutz Schimke, Gemeindevertreter aus Neuzelle, brachte einen Antrag in die Beratung ein, in dem er die anderen Abgeordneten zu einem gemeinsamen Bekenntnis zum Erhalt und Ausbau des denkmalgeschützten Gebäudes bewegen wollte. Der Ausschuss für Kultur, Jugend und Sport der Gemeindevertretung, so Schimke, habe sich bereits zur Gelben Schule bekannt. Ihm war auch die Feststellung wichtig, dass das Hortdomizil im Container einst nur als Übergangslösung geplant war. Auch würde die Zahl der Kinder, die künftig im Hort betreut werden müssten, wieder langsam steigen. Eine ordentliche Unterkunft für sie nach dem Unterricht sei dringend erforderlich.
Uwe Krüger aus Kobbeln hielt entgegen, dass man in dieser Angelegenheit ganz klar Herz und Verstand trennen müsse. Wenn ein Vorschlag auf den Tisch käme, der weitaus billiger sei, dann werde man diesem und nicht der Sanierung der Gelben Schule zustimmen: „Wir investieren hier vielleicht eine Million, und dann ist das ganze Objekt zu groß für einen Hort. Ich halte ein Votum im Vorhinein nicht für sinnvoll.“ Fritz Matheus aus Streichwitz, offenbar auch ein „Gelbe-Schule-Gegner“ : „Wir alle sind von der Sanierung über die Amtsumlage betroffen. Wer wird schon eine Million in eine alte Bude stecken, wenn er dafür etwas Neues bauen kann„“
Gemeindevertreterin Ramona Krüger aus Neuzelle ist als Lehrerin an der Grundschule tagtäglich mit dem Problem konfrontiert. „Die Räume für die Hortbetreuung reichen heute schon hinten und vorn nicht. Die Kinder sind unzufrieden, die Eltern auch. Manchmal sind 26 Schüler in einem Raum. Mancher Raum wird vormittags als Klassenzimmer und anschließend als Hortraum genutzt. Die Bedingungen sind nicht die besten.“ Sie verwies auch darauf, dass man bei der Entscheidung für einen Hort nicht nach einem anderen Ortsteil Ausschau halten sollte: „Manche Kinder sind jetzt schon von früh um 5 Uhr auf den Beinen. Für sie wird die Zeit dann noch länger. Das ist unvertretbar.“ Der Ortsbürgermeister von Neuzelle, Dietmar Baesler, forderte, nach der für die Kinder besten Möglichkeit zu suchen. Seine Neuzeller Abgeordnetenkollegin Jeannette Noack unterstützte ihn und sagte, dass sie den Standort der Gelben Schule für ideal halte.
Lutz Schimke verwies nochmals darauf, dass man sich schon einmal einig war, dass die Gelbe Schule zum Hort ausgebaut werden solle. „Jetzt prüfen wir und untersuchen wieder. Wo gibt es denn andere Grundstücke“ Und was ist idealer als dort, wo die Schule, die Turnhalle, das Freibad und das Gymnasium in der Nähe sind„“
Amtsdirektor Hans-Georg Köhler plädierte für eine angemessene Hortbetreuung. „Wir müssen fragen: Was ist notwendig und was ist finanzierbar““ Diejenigen, die Entscheidungen im Amt zu fällen haben, müssten sich zunächst zur Hüllensanierung der Gelben Schule bekennen, für die es Fördermittel gäbe. Und dann sei es dringend erforderlich, weitere Fördermittel zu akquirieren. Letztendlich bekannte sich die Gemeindevertretung mehrheitlich zur „Gelben Schule“ .