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| 01:04 Uhr

Der Landkreis vergibt einen Millionenauftrag für die Abfall-Industrie

Forst.. Ab Jahresmitte wird voraussichtlich ein anderes Unternehmen als die RWE-Umwelt den Müll der Spree-Neiße-Haushalte abholen und nach Forst bringen. Jürgen Scholz

In seiner Sitzung im April soll der Kreistag die Entscheidung darüber treffen, wer den Zuschlag für das Einsammeln des Hausmülls und den Transport nach Forst erhält; ein Fünf-Jahresvertrag, der einen Millionen-Umsatz sichert.
Susanne Neuer, Leiterin Abfallwirtschaft im Eigenbetrieb des Kreises, machte auf Anfrage wegen „der Übersichtlichkeit des Marktes“ keine Angaben zur Zahl der eingegangenen Gebote.
Das bisherige Entsorgungsunternehmen, die RWE Umwelt Ost, hatte sich quasi aus dem laufenden Vertrag freigekauft. Schon bei der Vergabe des Acht-Jahres-Vertrages im April 2001 hatte es aus der Branche Andeutungen gegeben, dass das RWE-Gebot wirtschaftlich nicht haltbar sei. RWE hatte für zwei Lose das billigste Gebot abgegeben und den Zuschlag für den gesamten Kreis bekommen (RUNDSCHAU berichtete). Eine Pannen-Serie - ganze Straßenzüge in Spremberg wurden vor zwei Jahren ihre Weihnachtsbäume nicht los - sorgte für Verdruss. Gleichzeitig fielen die Abfallmengen.
Der Ausstieg erfolgte „im Einvernehmen“ , so Eigenbetriebsleiter Wolfgang Thamke, der aber zur Nachfolgeausschreibung nichts sagen darf - was darauf deutet, dass die Abfall-Entsorgungsgesellschaft Neiße-Spree (AGNS), an der der Kreis 50 Prozent der Anteile hält, mit im Rennen ist. Klar ist: Es gab dieses Mal nur ein einziges Los - kleine Bieter werden es schwer haben. Gleichzeitig wurden die Prognosen für den anfallenden Abfall dem sinkenden Volumen angepasst - nach unten. Das könnte die Kosten und damit die Abfallgebühren mittelfristig nach oben treiben. Kurzfristig soll dies allerdings mit einer Art Ablösesumme von RWE vermieden werden.