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| 18:47 Uhr

Wanderwegewart gibt Staffelstab weiter
Der Herr der grünen Schilder

Wanderwegewart Heinz Schuster vor seinem Haus in Taubendorf. Die Wanderwegeschilder im Hintergrund sind eher ein Spaß, zeigen aber die  Richtung an zu Zielen, die durchaus ihre Bedeutung für ihn haben. Zum Jahreswechsel gibt er die ehrenamtliche Funktion ab.
Wanderwegewart Heinz Schuster vor seinem Haus in Taubendorf. Die Wanderwegeschilder im Hintergrund sind eher ein Spaß, zeigen aber die  Richtung an zu Zielen, die durchaus ihre Bedeutung für ihn haben. Zum Jahreswechsel gibt er die ehrenamtliche Funktion ab. FOTO: LR / Jürgen Scholz
Guben. Nach 16 Jahren gibt Heinz Schuster die Wanderwege rund um Guben in neue Hände.

Mit Wandern hatte Heinz Schuster nichts am Hut, als er am 13. November 2002 zum ehrenamtlichen Wanderwegewart für den Bereich Guben berufen wurde. Seine Frau war der Meinung, dass der Bergmann mit Beginn seines vorzeitigen Ruhestandes eine Aufgabe bräuchte. Schuster bewarb sich auf die Ausschreibung des Ehrenamtes, wurde berufen und hat seitdem Ecken, Dörfer und Menschen in seiner Heimat kennengelernt, die er zuvor nie gesehen hat, wie er einräumt; Tümpel, Seen, und Wälder auf Strecken, wo er selbst kaum einen Wanderer zu Gesicht bekommen hat. Insbesondere auf Fernwanderwegen. „Wer läuft schon nach Frankfurt?“ Nein, der Gubener Wanderwegewart ist eher ein Freund der Rundwanderwege, wie des Wanderwegs, der Großsee und Kleinsee verbindet und umrundet, dabei auch noch einen Naturlehrpfad umfasst. Ein Anfangspunkt, der auch Ende ist, ideal für einen Tagesausflug.

Schusters Aufgabe in den vergangenen Jahren war es, mehr als 260 Kilometer Wanderwege im Blick zu behalten. Die Beschilderung zu kontrollieren und nötigenfalls zu erneuern, Bewuchs im Blick zu behalten und gegebenenfalls mit der Kommune oder Eigentümern Kontakt aufzunehmen. Denn einfach die Säge anzusetzen, das geht nicht. Es handelt sich schließlich  um fremdes Eigentum.

Wenn ein Weg neu angelegt wird, gibt es Absprachen mit Kommunen, Eigentümern, Forst- und Landwirten, Naturschutz – ein Prozess, der über den Landkreis Spree-Neiße läuft und schon zwei Jahre oder mehr in Anspruch nehmen kann.

Die Zusammenarbeit  mit den Kommunen, dem Marketing- und Tourismusverein und anderen sei gut gewesen, betont Schuster. Die Wanderwegewarte bekommen Korrekturfahnen von Kartenherstellern zugeschickt, sind auch mit eingebunden, wenn es um Wegeverlagerungen oder neue Wege geht, dies oft schon früher gab. Manchmal findet sich noch ein Hinweisschild mit dem Kürzel des Kulturbundes, der sich vor der Wende um die Wanderwege kümmerte. „Das müsste eigentlich weg“, sagt Schuster. Alte Schilder könnten in die Irre führen. Auch wenn viele Wanderer mit Apps auf dem Smartphone los ziehen – „manchen geben Zeichen und Schilder offenbar doch noch das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein“, vermutet er. Und manchmal bekommt er dann auch Hinweise, wo etwas nicht stimmt.

Zum Jahresende hört Heinz Schuster auf. Aus gesundheitlichen und persönlichen Gründen. Missen möchte er die Zeit als Wanderwegewart nicht. Und weiter wandern? Nach einer Knieoperation wird er wohl eher in Gemeinschaft radeln statt wandern; wenn es das Knie zulässt. Karten, Unterlagen, Schilder und Werkzeug gibt er dann an seinen Nachfolger Horst Wetzel weiter, der demnächst vom Kreistag in das Ehrenamt berufen werden soll. Und auch in Forst deutet sich ein Wechsel an.