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| 19:19 Uhr

Neuzelle
Der Klosterteich braucht Hilfe

  Teichrosenblätter bedecken den Klosterteich in Neuzelle. Aber auch Algen gibt es zuhauf. Zudem wächst sogar Gras in dem Gewässer – ein Zeichen von Versandung.
 Teichrosenblätter bedecken den Klosterteich in Neuzelle. Aber auch Algen gibt es zuhauf. Zudem wächst sogar Gras in dem Gewässer – ein Zeichen von Versandung. FOTO: MOZ / Janet neiser
Neuzelle. Die Situation der Teichanlage soll verbessert werden. Es gibt aber Unstimmigkeiten zwischen Pächter und Brauerei.

  „Schön sieht der Klosterteich wahrlich nicht aus.“ Neuzelles Bürgermeister Dietmar Baesler fügt hinzu: „In so einem Zustand habe ich ihn noch nie gesehen.“ Vor allem im ufernahen Bereich schwimmen Algen an der Oberfläche. „Eine Ente hatte neulich dieses ganze Zeug am Bein. Die ist richtig gehumpelt“, berichtet eine Spaziergängerin. Nicht nur Teichrosen-Blätter schwimmen im Wasser, auch Gras wächst in die Höhe.

Soll das so sein? Kümmert es keinen? Nein, es soll nicht so sein. Dietmar Baesler hatte Kontakt zur Stiftung Stift Neuzelle, denn die ist Eigentümerin der Wasserfläche. Der Uferbereich und der Rundweg gehören der Gemeinde Neuzelle. Bei der Stiftung wiederum gab es Gespräche mit Mario Fischer aus Friedland. Der ist seit Ende der 1990er-Jahre Pächter des Klosterteiches. „Dieser ist aufgrund seiner Größe ein Fischereigewässer und muss nach dem brandenburgischen Fischereirecht durch einen ausgebildeten Fischwirt bewirtschaftet werden“, erklärt Norbert Kannowsky, Geschäftsführer der Stiftung Stift Neuzelle und ergänzt: Der Pächter des Gewässers habe die Verpflichtung der fischereiwirtschaftlichen Bewirtschaftung und der Pflege des Gewässers. Was den Uferbereich betrifft, so werde diese in Abstimmung mit dem Amt Neuzelle von den Gärtnern der Stiftung und Mitarbeitern des Bauhofes Neuzelle gepflegt.

Auch Mario Fischer ist aktiv geworden, hat einen Vor-Ort-Termin mit dem Wasser- und Bodenverband. Denn der Klosterteich soll ihm zufolge entkrautet werden, „in den nächsten Tagen“. Dazu wird die Technik des Wasser- und Bodenverbands benötigt. Damit werden die Pflanzen von der Oberfläche aus entfernt. Auch der Pächter betrachtet die aktuelle Situation als außergewöhnlich. Vor allem das Gras lasse auf einen zunehmenden Versandungszustand schließen. Der Wasserzufluss der Dorche fehle. Und wenn kein Bewegungsfluss da sei, dann entstehe Schlamm. Immer wieder wird auch gefragt, ob man den Teich nicht mal ablassen und säubern müsse. Er würde das Wasser gern einmal im Jahr ablassen, sagt Mario Fischer. Denn er wolle ja auch seine Fische rausholen. Allerdings gebe es da Bedenken. „Die Klosterbrauerei hat erklärt, dass durch das Ablassen des Teiches Risse in ihrem Gebäude entstehen.“ Er selbst glaubt da nicht wirklich dran.

Bürgermeister Dietmar Baesler kennt diese Diskussion, die geht nämlich schon seit Jahren. Eine Lösung wurde aber offenbar nicht gefunden. Stefan Fritsche, Geschäftsführer der Klosterbrauerei, bestätigt die Befürchtungen. „Wird das Wasser abgelassen, kommt es zu Spannungen und Gebäuderissen.“

Es bleibt also abzuwarten, ob und wann der Klosterteich das nächste Mal kein Wasser führt, und ob sich alle Parteien im Sinne einer Lösung möglicherweise mal an den Tisch setzen. Denn wie Bürgermeister Baesler betont: „Das ist ja der erste Eindruck, wenn Besucher zum Kloster gehen. Und der erste Eindruck ist der prägende.“ Auch Martin Groß, dem evangelischen Pfarrer in Neuzelle, macht der Teich Sorgen: „Ich denke mir jedes Mal, wenn ich dort entlanggehe: ‚Irgendwann stinkt’s. Und wenn es dann stinkt und die Touristen kommen, dann wage ich zu bezweifeln, dass sie gern dort sind.“

Norbert Kannowsky erklärt: „Wir beabsichtigen mit dem Pächter, mit dem Wasser- und Bodenverband sowie mit dem Amt zu sondieren, welche Maßnahmen kurz- und mittelfristig ergriffen werden müssen, um die Situation zu verbessern.“ Eine explizite Planung zum Teich existiere seitens der Stiftung nicht. Der gesetzliche Auftrag sei es, die denkmalgeschützte Klosteranlage wiederherzustellen. Der Stiftsatlas von 1760 dient hierbei als Vorlage, und auf diesem sei der Klosterteich mit drei Inseln dargestellt. Dort, wo heute die Festwiese ist, war damals noch Wasser. „Sofern eine Finanzierung zur umfassenden Sanierung des Klosterteiches in Aussicht steht, werden wir uns in Abstimmung mit der Denkmalpflege und der Kommune damit befassen, ob die ursprüngliche Größe des Klosterteiches wieder herzustellen ist.“