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Der Blick geht in die Zukunft

Wolfgang Renner vor dem künftigen Besucherzentrum. Die Planungen mit der Stiftung Stift Neuzelle laufen bereits.
Wolfgang Renner vor dem künftigen Besucherzentrum. Die Planungen mit der Stiftung Stift Neuzelle laufen bereits. FOTO: Schauff
Siehdichum. In kleinem Rahmen haben Freunde des Naturparks Schlaubetal gestern dessen 20. Geburtstag gefeiert. Wesentlich größer sind die Pläne für die kommenden Jahre im Park. Ein Besucherzentrum in Siehdichum ist nur ein Teil davon. Daniel Schauff

Die Augen von Naturparkleiter Wolfgang Renner leuchten, als er vor dem leer stehenden alten Backsteinbau gegenüber des Forsthauses in Siehdichum (Oder-Spree) steht. "Das soll unser Besucherzentrum werden", sagt er. Die ersten Ideen habe er schon - überlässt alles Weitere den Raumplanern. Renner stellt sich schon jetzt vor, wie die Planer über das riesige Gebäude nahezu ohne Wände staunen werden. Eine Spielwiese für Innenarchitekten nennt Renner den Bau. Personal, erklärt er, soll es in dem neuen Besucherzentrum nur wenige Meter von der Parkverwaltung, Gasthaus und Hotel nicht geben, dafür aber einiges zu entdecken. Was genau, dafür sind die Planungen noch nicht weit genug. Der Eigentümer des Baus - die Stiftung Stift Neuzelle - und die Parkleitung beginnen gerade mit den Vorabplanungen, sagt Renner. So viel könne er bislang sagen.

Im Forsthaus-Restaurant auf der anderen Seite des Hofes sitzen derweil Touristiker, Naturschützer, Ranger, Kommunalpolitiker und die neuen Fördervereinsmitglieder bei Fisch und Fleisch und feiern die vergangenen 20 Jahre, in denen sich das Schlaubetal zu einem Touristenmagneten in der Region entwickelt hat.

"Der Wanderweg entlang der Schlaube ist der schönste in Brandenburg", urteilt Renner. Und sein Eindruck ist kein rein persönlicher. Der Schlaubetalweg ist einer von insgesamt nur sieben vom Deutschen Wanderbund zertifizierten Qualitätswanderwegen in Brandenburg. Bis zu 1000 Besucher tummeln sich laut brandenburgischem Umweltministerium pro Tag im Park. Das kann Renner bestätigen. "Am Wochenende muss man im Restaurant einen Tisch vorbestellen", sagt er.

Das, was im Schlaubetal in den letzten 20 Jahren erreicht wurde, sei wichtig. Wichtiger aber sei ihm die Zukunft, sagt der Naturparkleiter. Neue Radwege, multimediale Informationstafeln und eben ein neues Besucherzentrum sollen innerhalb der nächsten Jahre den Naturtourismus zwischen Müllrose, Lieberose, Guben und Drewitz noch mehr in den Vordergrund rücken.

Wie das Umweltministerium weiter mitteilt, sollen auch weitere munitionsbelastete Flächen beräumt werden. Teile des Schlaubetals hatten als Truppenübungsplatz gelitten und sollen bald ebenso erlebbar sein für Touristen wie die bereits freigegebenen Flächen.

Bei der Entwicklung des Naturparks Schlaubetal wird auch der gerade einmal rund einen Monat alte neue Förderverein Schlaubetal eine große Rolle spielen. Wie genau dessen Arbeit in Zukunft aussehen werde und welche ersten Ideen es gebe, darüber wolle man erst Ende Oktober informieren, heißt es vonseiten des Fördervereins. In den letzten Monaten seit dem ersten Treffen der derzeit 14 Mitglieder sei es vor allem darum gegangen, die Voraussetzungen für die Gründung eines gemeinnützigen Vereins zu erfüllen. Nun könne man sich mit der eigentlichen Arbeit beschäftigen.

Auch die rund 30 geladenen Gäste im Forsthaus Siehdichum hatten am Montagmittag die Gelegenheit, weitere Kooperationen und Ideen zu besprechen. Das, sagt Renner, sei das Ziel der Geburtstagsfeier "im kleinen Rahmen" gewesen. Die große Party sei ja bereits beim Naturparkfest im April in Groß Drewitz gewesen. Damals seien so viele Gäste gekommen, dass die Wagenburg an ihre Kapazitätsgrenze gestoßen sei, erzählt Renner - wieder mit leuchtenden Augen.

Zum Thema:
Der Naturpark Schlaubetal erstreckt sich über 227 Quadratkilometer und die beiden Landkreise Oder-Spree und Spree-Neiße von Müllrose bis nach Drewitz und Grabko. Mehr als zwei Drittel des Naturparks sind Waldfläche. Vier Prozent des Parks sind Wasserfläche. Die eigentliche Gründung des Parks war am 27. Dezember 1995, das Kuratorium gründete sich im Folgejahr. Informationen rund um den Naturpark gibt es auf der Internetseite www.schlaubetal-naturpark.de