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| 02:48 Uhr

Das Wasser des Astronomen

Dutzende Besucher wollten am Dienstag einen Blick in die Station werfen – darunter auch die "Igelgruppe" aus der Kita Regenbogen gleich nebenan.
Dutzende Besucher wollten am Dienstag einen Blick in die Station werfen – darunter auch die "Igelgruppe" aus der Kita Regenbogen gleich nebenan. FOTO: Daniel Schauff
Guben. Der Bogen vom Astronomen Copernicus zur Druckerhöhungsstation an der Gubener Goethestraße ist schon ein äußerst weit gespannter. Zumindest dann, wenn man von Astronomie auf Trinkwasserversorgung kommen will. Daniel Schauff

Weiß man aber, dass am Standort der 3,2-Millionen-Investition des Gubener Wasser- und Abwasserzweckverbandes einst die Copernicus-Schule stand, dann macht der Name doch Sinn. "Viele Gubener haben einen Großteil ihrer Kindheit in der Copernicus Schule, welche einmal hier stand, verbracht", sagt GWAZ-Geschäftsführer Michael Feige. Und weil viele Neißestädter das Gelände immer noch mit der Schule verbänden, habe sich der Verband für den Namen "DE Copernicus" für die neue Druckerhöhungsstation in der Obersprucke entschieden.

"DE Copernicus" ist die zweitgrößte Trinkwasserinvestition in der Geschichte des GWAZ - nach dem Neubau des Wasserwerkes Schenkendöbern. Die Daten zur Druckerhöhungsstation sind beeindruckend: Die beiden Trinkwasserbehälter fassen je 2000 Kubikmeter, sind rund 23 Meter im Durchmesser und sechseinhalb Meter hoch. 250 Tonnen Stahl und 1300 Kubikmeter Beton stecken in der Station, deren Pumpanlagen bis zu 220 Kubikmeter Wasser pro Stunde in die Altstadt und 180 Kubikmeter Wasser in die Sprucke liefern können.

Bei der Investition konnte der GWAZ auf Zuschüsse von der Lausitzer Tagebaufirma "Leag" zählen - über die Höhe sagt Feige nichts, jedoch über den Grund des Zuschusses. Die "DE Copernicus" werde auch für die Trinkwasserversorgung der durch den Tagebau Jänschwalde beeinflussten Ortsteile Schenkendöberns genutzt, so der Geschäftsführer.

Zudem kann die "DE Copernicus" im Falle eines Ausfalls des Wasserwerkes Schenkendöbern große Teile der Gemeinde Schenkendöbern und einen Teil der Gemeinde Neuzelle mit Trinkwasser versorgen. Das seien rund 4300 Kunden, so Feige.

Bislang hatte der GWAZ auf eine alte Druckerhöhungsanlage am Kaufland-Parkplatz an der Schillerstraße gesetzt - Teile davon sind mittlerweile fast 70 Jahre alt. Eine Sanierung der Anlage wäre unumgänglich gewesen, sagt Feige. Eine Studie hatte allerdings ergeben, dass der Neubau einer Druckerhöhungsanlage die wirtschaftlichere Variante für den GWAZ sein würde.

Mit dem Neubau der Druckerhöhungsanlage "Copernicus" habe man die Trinkwasserversorgung von rund 20 000 Gubenern, Groß und Klein Gastrosern, Taubendorfern und Grießenern langfristig gesichert, sagt Feige.

Die in die Jahre gekommene Anlage - fast in Sichtweite der "Copernicus" - wird bald vollends ausgedient haben und zurückgebaut werden, hatte Planungsingenieur Steffen Buckel-Ehrlichmann bereits zu Beginn der Planungen für den Ersatzneubau an der Goethestraße angekündigt.

Dass die neue Druckerhöhungsstation funktioniert, konnte der GWAZ schon feststellen. Seit dem 13. Dezember ist "Copernicus" bereits in Betrieb - und der Start, sagt Feige, sei "problemlos" verlaufen.