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| 08:49 Uhr

Das Sembtener Modell

Sembten.. Um ein halbes Jahr verlängert wird ab 14. Januar die Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) zur Betreibung der Interkulturellen Begegnungsstätte in Sembten. Zwei Frauen und ein Mann sind dort seit einem knappen halben Jahr tätig. Ab dem 14. Juli 2005 werden sie die Einrichtung privat weiterführten. Barbara Remus

Volles Haus vermeldete die Begegnungsstätte in Sembten zu Silvester. Noch bis gestern waren die ABM-Leute mit dem Aufräumen beschäftigt. Doch auch in den fünf Monaten davor war in der erst Ende April 2004 eingeweihten Einrichtung jede Menge los: Geburtstage, Hochzeiten, Ehe-, Jagdhornbläser- und Feuerwehrjubiläen, Volleyballturnier, Piratencamp, Basteleien in der Herbst- und in der Adventszeit, Weihnachtsfeiern für Jung und Alt mit zumeist Sembtenern und Lauschützern.

Jutta Wäger, Rosemarie Röder und Eckard Ladewig haben alle diese Veranstaltungen organisiert und vorbereitet, außerdem Fahrräder ausgeliehen, die Anlagen in Schuss gehalten und qualitativ verbessert. Auch die Ausstellung zu alternativen Energien wurde geschaffen. Und seit einiger Zeit findet einmal wöchentlich auch ein Fitnesskurs für jedermann im Saal der Begegnungsstätte statt.

Somit lief und läuft inhaltlich alles, wie es geplant war. Nur die Rahmenbedingungen veränderten sich etwas. Denn bei den Planungen der Begegnungsstätte war im Herbst 2002 auch noch die Rede davon, dass innerhalb einer fünfjährigen Strukturanpassungsmaßnahme (SAM) zwei bis drei Beschäftigte in der Begegnungsstätte tätig sein werden. Danach sollte mindestens ein fester Arbeitsplatz entstehen. Letzteres strebt die Großgemeinde Schenkendöbern jetzt auch noch an, doch der ursprünglich fünfjährige "Probelauf" verkürzt sich auf neuer gesetzlicher Grundlage jetzt auf ein Jahr. Diese Tatsache war in den letzten beiden Wochen des alten Jahres mehrfach Inhalt von Gesprächen zwischen Bürgermeister Peter Jeschke, der Leiterin der Gubener Nebenstelle des Arbeitsamtes, Eike Belle, sowie den drei Sembtener ABM-Leuten. Im Fazit erklärten Letztere sich bereit, nach einem weiteren halben ABM-Jahr die Begegnungsstätte privat weiterzuführen. Und nur unter dieser Bedingung ließ das Arbeitsamt die ABM auch in ihrer bisherigen Zusammensetzung. "Normalerweise wechseln innerhalb einer zwölfmonatigen ABM die Teilnehmer nach einem halben Jahr, um möglichst vielen Arbeitslosen eine Chance auf Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess zu geben", sagt Eike Belle. "Aber in Sembten handelt es sich gewissermaßen um eine Muster-ABM. Da passt alles. Und da sich die Teilnehmer bereit erklärten, sich nach dem 14. Juli 2005 mit der Begegnungsstätte selbstständig zu machen, tauschen wir die Leute zum 14. Januar nicht aus."

Wie es ab Mitte Juli weitergehen wird, das müssen die drei Sembtener und die Gemeinde noch absprechen.