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| 16:30 Uhr

Live in der fabrik
Das schafft wahrscheinlich nur Reiner Schöne

Reiner Schöne (rechts) stellte in Guben auch sein Buch „Werd ich noch jung sein, wenn ich älter bin“ vor und signierte es.
Reiner Schöne (rechts) stellte in Guben auch sein Buch „Werd ich noch jung sein, wenn ich älter bin“ vor und signierte es. FOTO: Maike Paul / Richter Ute
Guben. „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ spielt der Gast am Freitag in der Fabrik auf seiner Gitarre und das Publikum singt spontan mit.

Es war keine Kinderveranstaltung, aber der Schneefall und die winterlichen Temperaturen ließen den bekannten Schauspieler und Synchronsprecher Reiner Schöne kurz ausschweifen, bevor er sich dem eigentlichen Thema seines Besuches in Guben widmete. „Mitten ins Herz“ sollten die Songs und Stories aus seinem Leben gehen. Die Lieder auf seinem aktuellen Album sind bluesbetont. Der Titelsong „Mitten ins Herz“ gilt als seine Lebenserklärung, immer wieder zu versuchen, die Hoffnung nicht zu verlieren und immer wieder aufzustehen.

Aufstehen musste Schöne in seinem Leben ein paar Mal. Er ist in Weimar aufgewachsen, wurde Schauspieler und kehrte 1969 nach einem Auftritt in Westberlin nicht zurück. 1985 ging Schöne nach Hollywood und hatte dort seinen Durchbruch. Er spielte im Rock-Musical „Hair“,  „Startrek - Das nächste Jahrhundert“, „Babylon 5“, „MacGyver“, „Matlock“, „Mord ist ihr Hobby“ und „Sliders“ mit. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland war er der gefeierte „Jedermann“ im Berliner Dom und mischte bei den Karl May-Festsspielen in Bad Segeberg  mit. Dort ist er seit 2008 noch heute als Erzähler der jeweiligen Aufführung zu hören. Er ist ein gefragter Synchronsprecher mit seiner tiefen Stimme.

Und so erzählte Reiner Schöne am Freitagabend von Erlebnissen, die er in einem Buch „Werd ich noch jung sein, wenn ich älter bin“ aufgeschrieben hat, aus dem er in Guben las. Da waren Geschichten von seinen ersten Jahren als Schauspieler in Hollywood ebenso dabei wie von Dreharbeiten zum Star Trek-Film. Er erzählte, was es ihm für Freude bereitet hat, wenn er in Talk-Shows von seiner Zeit in Australien berichtete, dort aber gar nicht war. Er hat sich einen Scherz daraus gemacht und gern seine Geschichten gesponnen.

Lieder für seine Töchter ließem am Freitagabend den Familienmensch Schöne erkennen, und der Song über die Bewaffnung in den Familien in den USA zeigte seine nachdenkliche Seite. Reiner Schöne genoss den Aufenthalt in Guben, wie er selber sagte. Er sei  noch nie hier gewesen, wolle aber gern wiederkommen.