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Das Sammeln der Deckel geht weiter

Julia Neufeind vom Robert-Koch-Institut Berlin referierte über Impfprävention auf Einladung des Rotary Clubs Guben.
Julia Neufeind vom Robert-Koch-Institut Berlin referierte über Impfprävention auf Einladung des Rotary Clubs Guben. FOTO: utr1
Guben. Als ein Dankeschön für die Unterstützer und als Information für alle Interessierten hatte der Rotary Club Guben am Mittwochabend zu einer Veranstaltung rund ums Impfen von Menschen und Tieren in den Weiten Raum des Naemi-Wilke-Stifts eingeladen. Ausgangspunkt war eine Aktion der Gubener Rotarier, bei der der damalige Präsident Mathias Bärmann eine Sammlung von Plasteschraubdeckeln initiiert hatte, die bei einem Recyclingunternehmen zu Geld gemacht haben und die weltweite Polio-Impf-Aktion der Rotarier unterstützten. utr1

Rund 3,5 Tonnen haben die Gubener in drei Jahren gesammelt, mit dem Erlös konnten 10 530 Menschen geimpft werden. Viele Sammelstellen gibt es mittlerweile in der ganzen Stadt.

Und genau deshalb hatten sich die Rotarier auch dem Thema "Impfen oder nicht Impfen, das ist die Frage" gewidmet. Julia Neufeind vom Fachgebiet für Impfprävention des Robert-Koch-Instituts Berlin referierte über die Motivation, die Fähigkeit sowie die Möglichkeiten von Impfungen.

Impfen sei eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen bei Infektionskrankheiten. In den letzten Jahrzehnten konnten viele Krankheiten ausgerottet oder zumindest eingedämmt werden. Pocken und Masern seien dafür Beispiele. Wenn auch bei Letzterem es wieder zu mehreren Ausbrüchen, vor allem im osteuropäischen Raum, kommt. Polio, sprich Kinderlähmung, sei ein weiteres Beispiel. Nur acht Fälle in drei Ländern gab es im vergangenen Jahr. Das sei auch mit ein Verdienst der Gubener.

Weil impfen nicht nur Mensch, sondern auch Tier betrifft, schloss sich Tierarzt Martin Pehle mit einem Vortrag gleich an. "Nur wenn man Mensch und Tier zusammen betrachtet, ist der Impfschutz komplett", so Pehle. Auch durch Impfungen bei den Tieren konnte so manche Krankheit ausgerottet werden. Außerdem sei es ein wichtiges Mittel zur Seuchenbekämpfung.

Nicht erst an diesem Abend waren sich die Mitglieder des Rotary Clubs einig, dass die Sammeldeckelaktion weitergeführt wird; im Endeffekt geht es um Menschenleben.