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Das Pücklerdorf am Hasenberg

Groß Döbbern. Genannt wird das Dorf schon seit Jahrhunderten so. Nun soll "Pücklerdorf" auch auf den Ortseingangsschildern von Groß Döbbern stehen.

Der Ortsbeirat hatte im März an die Familie von Pückler geschrieben. Wenige Tage vorm Tod des Hermann Sylvius Graf von Pückler übernahm es Maximilian Graf von Pückler, den Groß Döbbernern in einem Brief zu antworten.

Tatsächlich ist die Geschichte des Dorfes seit 1698 mit den von Pücklers eng verbunden. Damals kaufte der Reichsgraf von Pückler das Dorf von der Familie von Loeben. Von Pücklers entwickelten das Gut mit dem Gutshaus. August Heinrich Graf von Pückler ließ 1785 das Pfarrhaus bauen. Unter dem Fürsten Hermann von Pückler wurde die Kirche 1818 grundlegend umgestaltet. Und auf dem Hasenberg vor Groß Döbbern sollen Großbäume herangezogen worden sein, bevor sie zur Gestaltung des Parks nach Branitz transportiert wurden.

In der Kirche hängt noch das Pücklersche Originalwappen. Wenn das Pfarrhaus zum Tag des Offenen Denkmals öffnet, werden die schwarze Küche und das Souterrain gezeigt. Auch der liegende Dachstuhl mit der Balkendecke ist etwas Einzigartiges. Zudem bildet der zweigeschossige barocke Bau unterm Krüppelwalmdach mit der Schule und der Kirche ein historisch wertvolles Ensemble.

Im Jahr 2005 hatte sich der Förderverein "Altes Pfarrhaus Groß Döbbern" gegründet. Die über 30 Vereinsmitglieder um Wolfram Betker wollen das Denkmal vorm Verfall retten. Im und am Pfarrhaus tut sich jedes Jahr etwas, auch die Geschichte des Dorfes wird aufgearbeitet.

Wie Dieter Perko (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Neuhausen/Spree, mitteilt, soll noch in diesem Jahr ein Buch veröffentlicht werden, das einen Streifzug durch die Heimatgeschichte wagt.

Maximilian Graf von Pückler schrieb nun am 2. Mai, dass die Familie den Wunsch des Ortsbeirates besprochen habe. "Gern sind wir mit Ihrem Antrag einverstanden. Es ist für unsere Familie eine große Ehre und Freude zugleich, dass Sie den Ortsnamen mit dem Zusatznamen Pückler erweitern wollen", schreibt er. Und die Familie stimme auch der Idee zu, das Pücklersche Originalwappen mit dem Zusatznamen zu verwenden.

Das gute Gelingen und den Erfolg, was der Graf den Groß Döbbernern und der Gemeinde am Briefende wünscht, können sie gebrauchen. Auf zwei Probleme musste Dieter Perko nämlich vorm Beschluss hinweisen. Zu einen sind Zusatznamen wie Hochschulstadt oder Rosenstadt laut Verordnung Gemeinden vorbehalten. Ob es auch für einen Ortsteil möglich ist, wird das Innenministerium prüfen.

Zum anderen klagt Neuhausen/Spree gerade gegen die Aufnahme der kompletten Gemeinde ins sorbisch-wendische Siedlungsgebiet. Nur Koppatz und Groß Döbbern sind sich ihrer sorbisch-wendischen Wurzeln noch so bewusst, dass sie zum angestammten Siedlungsgebiet gehören und ein zweisprachiges Ortseingangsschild wollen. Die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes zur Klage könnte sich zwei Jahre hinziehen. Perko hatte für den Beschluss auch ein Ortseingangsschild mit dem Zusatz "Pücklerowa wjas Wjelike Dobrynje" herrichten lassen, beschlossen haben die Abgeordneten aber vorerst nur die deutsche Variante.