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| 19:02 Uhr

Bundesfreiwilligendienst in Guben
Das gute Gefühl ist entscheidend

Die Mädchen und Jungen freuen sich immer, wenn Cornelia Lieske mit ihnen spielt. Die Weberin, die mehrfach umschulen musste, ist als Freiwillige dabei, freut sich auf die Arbeit, mit der sie die Erzieherinnen unterstützt. 
Die Mädchen und Jungen freuen sich immer, wenn Cornelia Lieske mit ihnen spielt. Die Weberin, die mehrfach umschulen musste, ist als Freiwillige dabei, freut sich auf die Arbeit, mit der sie die Erzieherinnen unterstützt.  FOTO: Ute Richter
Guben. Bundesfreiwillige bekommen nicht viel für ihre Arbeit. Das ist den „Bufdis“ aber nicht so wichtig. Von Ute Richter

(utr) Cornelia Lieske ist 50 und Bufdi. Seit April arbeitet sie im rahmen des Bundesfreiwilligendienstes im Haus der Generationen in Grano. Die gelernte Weberin verlor nach der Wende ihren Job, absolvierte Umschulungen, schrieb viele Bewerbungen. Doch die Aussicht auf eine feste Arbeitsstelle blieb aus. „Ständig musste ich mich neu orientieren“, erzählt sie von dieser Zeit. Bei zwei Maßnahmen im Kinder- und Jugendfreizeitzentrum in Guben sammelte sie erste Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern. Sie leitete die Zeichen-Arbeitsgemeinschaft in der Corona-Schröter-Grundschule.

Seit April nun hilft sie im Haus der Generationen und dem dort untergebrachten Hort des Kinderhauses „Dreikäsehoch“ in Grano mit, wo man sie braucht. Sie schneidet das Obst für die Kinder, begleitet die Mädchen und Jungen auf den Spielplatz, teilt Mahlzeiten aus und hilft den Erzieherinnen beim Basteln. Auch in der Vorschule der Kita hilft sie mit. „Das macht richtig großen Spaß und die Kinder freuen sich, wenn ich mit dabei bin“, erzählt sie von ihrer Arbeit. „Alles ist besser, als zu Hause zu sitzen. Man kommt  raus, lernt große und kleine Menschen kennen, bekommt Anerkennung für seinen Dienst“, so Cornelia Lieske. Die Erzieherinnen sind sehr froh, dass sie zwei weitere fleißige helfende Hände haben.

Daniel Behnke hat sich auch für den BfD entschieden. Der 43-Jährige aus Groß Gastroser hat ebenfalls schon mehrere Maßnahmen hinter sich. Bei einem Ein-Euro-Job in der Kita Groß Gastrose fühlte er sich wohl, mochte das Arbeiten dort sehr. Deshalb nutzte er die Chance, dort einen BfD abzuleisten. Seit August geht er nun einem technischen Mitarbeiter zur Hand, wenn es um die Pflege der Friedhöfe oder um die Ordnung in den Dörfern der Gemeinde Schenkendöbern geht. „Ich bin fast jeden Tag an der frischen Luft, komme mit ganz unterschiedlichen Menschen zusammen und kann zeigen, was ich alles kann. Ich sehe tagtäglich, dass ich gebraucht werde“, erzählt Daniel Behnke.

Dafür, dass Einsatzstellen und Interessenten für den BfD zusammen finden, dafür sorgt beispielsweise der Kommunale Dienstleister Schäfer aus Jänschwalde. Dienstleister helfen Kommunen und gemeinnützigen Vereinen, beginnend mit der Antragstellung, der gesamten Fördermittel- und Personalkostenabrechnung bis hin zur Organisation und Durchführung der gesetzlich vorgeschriebenen Seminare. „Einen Tag pro Monat werden die BfDler während ihres Dienstes unter pädagogischer Begleitung geschult. Auch Eindrücke und Erfahrungen tauschen die Bfdler dort untereinander aus“, erzählt Manuela Bassy. Sie weiß, wie wichtig Bundesfreiwillige für die Einsatzstellen und für die Teilnehmer sind. Kontinuierlich seien die Stellen seit 2013 besetzt, obwohl zunehmend die passenden Bewerber fehlen.

BfD können Menschen jeden Alters machen. Ausgenommen sind Arbeitslosengeld I-Empänger, da sie dem ersten Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen müssen. „Wir vermitteln vor allem Menschen über 27 Jahre“, erzählt Manuela Bassy. Die erhalten durchschnittlich ein Taschengeld von 267 Euro im Monat. Für ALG II-Empfänger bleiben 200 Euro anrechnungsfrei. Für einen 18-mönatigen Dienst gibt es 30 Tage Urlaub. Außerdem werden Sozial-, Renten- und Arbeitslosenversicherung übernommen.