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Jubiläum
120 Jahre Hoffmann-Möbel

Inhaber und Geschäftsführer Frank Pritzsche ist stolz auf die lange Unternehmensgeschichte, spürt aber auch die Verantwortung auf seinen Schultern.
Inhaber und Geschäftsführer Frank Pritzsche ist stolz auf die lange Unternehmensgeschichte, spürt aber auch die Verantwortung auf seinen Schultern. FOTO: Michele-Cathrin Zeidler
Guben. Das größte und älteste ostdeutsche Unternehmen im Möbelhandel feiert Jubiläum.

Frank Pritzsche ist stolz. Der Inhaber und Geschäftsführer von Hoffmann-Möbel kann in diesem Jahr auf eine 120-jährige Unternehmensgeschichte zurückblicken. „Das ist ein freudiges und spannendes Gefühl“, erzählt Frank Pritzsche auf der Hausmesse in Guben anlässlich des Jubiläums am Sonntag. „Aber ich spüre auch eine gewisse Verantwortung. Ich führe die Geschäfte seit 1986 in vierter Generation und ich möchte das Unternehmen gerne eines Tages an meine beiden Söhne übergeben.“

Die Zeichen dafür stehen gut: Beide Söhne arbeiten bereits seit mehreren Jahren im Familienunternehmen. Anton Pritzsche ist Hausleiter in Cottbus und Philipp Pritzsche führt die Filiale in Hoyerswerda. „Beide haben vorher studiert und freiwillig dann doch diesen Weg eingeschlagen“, so Frank Pritzsche. „Ich bin zufrieden mit ihrer Arbeit. Sie haben sich erfolgreich in das Unternehmen integriert.“ Künftig könne er sich eine Doppelspitze der beiden vorstellen. Ein Datum für die Unternehmensübergabe steht allerdings noch nicht fest. „In den nächsten Jahre werde ich ihnen einen Teil der Verantwortung als Gesellschafter übergeben“, verrät der 61-Jährige. „In zehn Jahren wäre ich dann gerne nur noch für ein Teilgebiet verantwortlich.“

Die Geschichte des Traditionshauses begann vor 120 Jahren an der Neiße: Im Jahr 1898 eröffnete Tapeziermeister Adolf Hoffmann am Gubener Markt ein Möbelkaufhaus mit Polsterwerkstatt. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, aber nicht das Familienunternehmen Hoffmann-Möbel. 1984 steigt Urenkel Frank Pritzsche in den Familienbetrieb ein.  „Zu DDR Zeiten habe ich mich vor allem um die Warenbeschaffung gekümmert und musste dabei dem staatlichen Monopol aus dem Weg gehen“, blickt Frank Pritzsche zurück. „Die Möbel waren sehr begehrt. Wir konnten sie direkt vom Lkw verkaufen.“

Nach der Wende musste der Inhaber schnell umdenken, um im harten Wettbewerb zu bestehen. „Plötzlich ging es um die Vermarktung und den Verkauf“, sagt Frank Pritzsche. „Aber uns gelang der richtige Schritt zur richtigen Zeit.“ Im November 1991 eröffnete er in Guben ein dreistöckiges Möbelhaus. Doch dabei sollte es nicht bleiben: Inzwischen betreibt Hoffmann-Möbel fünf Häuser in Guben, Cottbus, Elsterwerda, Frankfurt (Oder) und Hoyerswerda. Die Geschäftsfläche ist auf über 70 000 Quadratmeter gewachsen und rund 160 Mitarbeiter arbeiten an den fünf Standorten.

In den vergangenen zwei Jahren hat das Unternehmen stark in seine Häuser investiert und von den Fußböden über die Wände bis hin zur Beleuchtung alles neu gestaltet. Während das Jahr 2017 eher durchschnittlich lief, startet 2018 stark. „Wir legen bei unseren Möbeln viel Wert auf Qualität und eine gute Beratung durch geschultes Personal“, verrät Frank Pritzsche sein Erfolgsrezept. „Außerdem behalten wir stets die Wünsche unseren Kunden im Blick.“

Im Jahr 1898 öffnete Adolf Hoffmann sein „Kaufhaus für Möbel“ im Gubener Zentrum.
Im Jahr 1898 öffnete Adolf Hoffmann sein „Kaufhaus für Möbel“ im Gubener Zentrum. FOTO: Hoffmann-M“bel/Schmidt