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| 19:01 Uhr

Begegnungszentrum
Wenn ein ganzes Dorf mit anpackt

Durch viel Hilfe aus dem Dorf ist das neue Begegnungszentrum in Groß Drewitz fertig. Peter Rassmann will weiter für Fördermittel kämpfen.
Durch viel Hilfe aus dem Dorf ist das neue Begegnungszentrum in Groß Drewitz fertig. Peter Rassmann will weiter für Fördermittel kämpfen. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Groß Drewitz. Das Begegnungszentrum in Groß Drewitz ist fertig, erste Veranstaltungen sind geplant. Von Michèle-Cathrin Zeidler

Kaputtes Dach, faulende Dielen und marode Leitungen – über 15 Jahre stand der einstige Kastanienhof in Groß Drewitz leer. Durch viel Herzblut, Einsatz und Fleiß ist hier seit dem Sommer 2016 ein Begegnungszentrum entstanden – und das fast ohne Fördermittel.

„Ursprünglich wollten wir den Hof zu einer Pflegestation mit Begegnungszentrum umbauen“, erzählt Peter Rassmann, Vorsitzender vom Verein zur Förderung der Entwicklung im Lutzketal und Umgebung. 2015 kaufte der Verein dafür mit 35 000 Euro aus Bundesmitteln einen Teil des Objekts auf dem Lübbinchener Weg. „Doch für die Förderung des Umbaus konnten wir den geforderten Eigenanteil von 80 000 Euro nicht aufbringen“, erinnert sich Peter Rassmann. Dadurch habe das Projekt erst einmal brach gelegen. Doch der Wunsch nach einem Treffpunkt für die Bewohner im Ort blieb. „Sonst gibt es hier zum Plauschen nur noch den Bäcker“, weiß auch der Ortsvorsteher.

Im Sommer 2016 hat sich schließlich Ulrich Heß vor das Projekt gespannt. „Das ganze Dorf stand hinter ihm und so haben wir es mit unseren eigenen Kräften und ohne Fördergelder versucht“, sagt Peter Rassmann.

Alle Bewohner in Groß Drewitz haben mit angepackt: Die Landfrauen haben sich im Sommer wöchentlich getroffen und den Kalk von den Dachsteinen geschlagen. Durch sie hat der Regen nun nicht weiter freie Bahn in die Räume.  „Auf Zuruf haben Dorfbewohner und Vereinsmitglieder geholfen“, weiß Peter Rassmann. Malermeister Ulrich Heß habe immer nach Feierabend sein handwerkliches Fachwissen bewiesen und das Innen- und Außenleben des Hauses wieder auf Vordermann gebracht.

Dennoch war es kein leichter Weg. „Bis auf die Wände mussten wir das Gebäude komplett sanieren“, erzählt Ortsvorsteher Rassmann. „Lediglich die Fenster und Türen konnten wir weiterhin nutzen.“

Doch Groß Drewitz hat nicht aufgegeben und mittlerweile konnte der erste 60. Geburtstag im Begegnungszentrum gefeiert werden. „Vieles ist noch provisorisch, aber es geht jetzt erst einmal“, sagt der Vereinsvorsitzende. Der Fußboden im zweiten Raum sei noch nicht gemacht und auch für eine neue Heizung fehle das Geld: „Außerdem nutzen wir aktuell noch die alte Bestuhlung aus der Gaststätte.“

Damit das Begegnungszentrum in Groß Drewitz eine ordentlich Teeküche bekommt, hat der Verein kürzlich 1900 Euro von der PS-Lotterie bekommen. „Wir werden uns davon einen Wasserkocher, eine Kaffeemaschine und ein paar Schränke holen“, verrät Peter Rassmann.  „Außerdem haben wir noch einen anderen Fördermittelantrag laufen.“ Da rechnet Rassmann  bis Ende des Jahres mit einer Rückmeldung. „Sollte die Förderung wieder nicht funktionieren, versuchen wir es weiter“, betont er. „Ich bin guter Hoffnung, dass es irgendwann klappen wird.“

Der erste Nachmittag für die Senioren und Bewohner von Groß Drewitz ist für Donnerstag, 11. Januar, 14 Uhr geplant. Ein wichtiger Punkt beim ersten Treffen – die Namensfindung für das Begegnungszentrum. „Das Treffen der Senioren soll danach einmal im Monat stattfinden“, so Peter Rassmann. Nach und nach soll es im Kastanienhof dann wieder mehr Veranstaltungen geben. „Unser Ziel wäre eine Veranstaltung pro Woche“, so der Ortsvorsteher. Dabei kann er sich neben entspannten Kaffee-Nachmittagen auch Verkehrsteilnehmerschulungen, Lesungen oder Vorträge gut vorstellen. „Wir werden die Weihnachtstage nutzen und einen Veranstaltungsplan erstellen“, verrät der Groß Drewitzer. Anfang 2018 soll es dann einen Flyer mit allen Veranstaltungen geben. Darin haben die Landfrauen bereits einen festen Termin: Die Damen treffen sich jeden Montag von 15 bis 18 Uhr zum Basteln, Sticken und Reden.

Auch erste Anfrage für den Raum, in dem 30 Personen Platz finden, gab es schon. „Wir haben bereits eine feste Nutzungsordnung verabschiedet und für die Gebühr werden wir eine Spendenbox aufstellen“, so Peter Rassmann.