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| 15:27 Uhr

Guben
Das Aus fürs analoge Fernsehen

Guben. Die Gubener TV-Netzgesellschaft sendet ab Mai nur noch digital. Ältere Geräte meist betroffen. Von Silke Halpick

Das Zeitalter des analogen Fernsehens ist in Guben zu Ende: Am 30. April schaltet die TV-Netzgesellschaft endgültig das analoge Signal ab. Betroffen sind vor allem Besitzer von noch alten Apparaten wie Röhrenfernseher.

„Momentan bieten wir noch zeitgleich analoges und digitales Fernsehen an“, sagt Susan Bärwolf, Prokuristin der TV-Netzgesellschaft in Guben. Die analoge Ausstrahlung von TV-Signalen per Satellit wurde von den öffentlich-rechtlichen Medienanstalten schon im Jahr 2012 eingestellt. Seitdem wandelt das Gubener Unternehmen für seine Kunden das digitale Signal in ein analoges um. „Wir wissen, dass es noch viele alte Fernseher in Guben gibt“, betont Bärwolf.

Der technische Aufwand für die Umwandlung ist allerdings hoch. Zudem gibt es eine große Nachfrage nach Frequenzen wie von Handynetzbetreibern und neuen Fernsehprogrammen. „Die Verbraucher wünschen, dass jeder Sender, der neu auf den Markt kommt, auch in das Gubener Kabelnetz eingespeist wird“, sagt die Prokuristen. Das Problem: „Jeder analoge Sender belegt genau eine Frequenz“, erklärt die Expertin. Im Gegensatz dazu passen vier bis sechs digitale Sender auf eine Frequenz. Druck machen mittlerweile auch die Landesmedienanstalten, die die Abschaltung des analogen Signals fordern. In anderen Städten wie Cottbus und Lauchhammer haben Kabelnetzbetreiber das analoge Fernsehen bereits 2012 abgestellt. Auch große Anbieter wie Vodafone oder Primacom sind mitten im Prozess.

Betroffen sind vor allem Besitzer von alten Apparaten wie Röhrenfernseher. Diese empfangen definitiv nur analoge Signale. „Auch in Kinder- oder Schlafzimmern stehen erfahrungsgemäß noch ältere Fernseher, die betroffen sein könnten“, sagt Bärwolf. Das sind dann meist Flachbildschirme, die noch keinen integrierten DVB-C-Tuner besitzen.

Wer hingegen schon jetzt mehr als 30 Sender empfängt, schaut bereits digitales Fernsehen. Das gleiche gilt, wenn Programme wie ARD, ZDF oder RBB in hochauflösender Qualität (HD) gesehen werden können. Diese TV-Geräte sind fähig, digitale Signale zu empfangen.

„Über die Umstellung haben wir in der Vergangenheit schon mehrfach und breit gestreut informiert“, sagt Bärwolf. Auch die Großvermieter in der Stadt wissen bescheid. Allerdings räumt sie ein, dass es auch Menschen geben wird, die vermutlich gar nicht wissen, wie das Endgerät arbeitet.

Bärwolfs Tipp für Betroffene: „Am besten einen neuen Fernseher kaufen“, sagt sie. Die Fernseh-Fachgeschäfte seien auf eine erhöhte Nachfrage eingestellt. Alternativ kann auch ein Kabel-Receiver zwischengeschalten werden. „Allerdings ist die Handhabung nicht ganz einfach“, so Bärwolf. So müsse man immer mit zwei Fernbedienungen hantieren, was älteren Menschen erfahrungsgemäß schwer fällt.

Die TV-Netzgesellschaft Guben hat insgesamt 8000 Kunden. Wie viele von der Abstellung des analogen Signals betroffen sind, kann Bärwolf nicht einschätzen. Schließlich wisse die TV-Netzgesellschaft nicht, wer welchen Fernseher besitzt. Laut Statistik schauen mittlerweile mehr als 70 Prozent aller Kabelkunden in Deutschland digital.

Das Gubener Unternehmen wurde 1994 gegründet. Damals wurde eine Vielzahl von Antennen-Gemeinschaftsanlagen in der GmbH zusammengeführt. Die TV Netzgesellschaft  ist lokaler Anbieter für Fernsehen, Internet und Telefonie. Der Ausbau des eigenen Glasfasernetzes in Guben erfolgte in den Jahren 2009 bis 2011. Dadurch sind Geschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde möglich.