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Buslinie Guben-Gubin könnte am Neißecenter halten

Ein Bushaltestellen-Häuschen steht bereits vor den Neißecenter in der Karl-Marx-Straße. Möglicherweise wird es bald wieder gebraucht.
Ein Bushaltestellen-Häuschen steht bereits vor den Neißecenter in der Karl-Marx-Straße. Möglicherweise wird es bald wieder gebraucht. FOTO: S. Halpick
Guben. Die Chancen fürs Gubener Neißecenter, künftig wieder direkt vom Bus angesteuert zu werden, stehen so gut wie schon lange nicht mehr. Den Traum vieler Händler und Kunden soll die geplante grenzüberschreitende Buslinie ermöglichen. Silke Halpick

"Das ist tatsächlich eine Überlegung im Fahrplankonzept", bestätigt jetzt Carsten Billing, Finanzdezernent das Landkreises Spree-Neiße, gegenüber der RUNDSCHAU.

Eine Buslinie, die zwischen dem Gubener Bahnhof und dem Gubiner Busbahnhof unterwegs ist und die "Verkehrssysteme" auf beiden Seiten der Neiße miteinander verbindet, will der Landkreis als Träger des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) gemeinsam mit den polnischen Partnern initiieren. Im Rahmen dieses Projektes sollen auch bekannte Probleme wie die Anbindung des Neißecenters mitangepackt werden. "Das haben wir im Blick", verspricht Billing.

Gerechnet wird mit "einer kurzfristigen Umsetzung" des Vorhabens. Einen konkreten Zeitplan will der Finanzdezernent allerdings nicht nennen. "Das hängt auch von Dritten ab", erklärt er. So unterliege beispielsweise der ÖPNV der Aufsicht des Landesamtes für Bauen und Verkehr als zuständige Genehmigungsbehörde. Möglicherweise geht die Buslinie aber sogar noch 2017 an den Start. Gänzlich ausschließen will das Billing jedenfalls nicht.

Die Gespräche zwischen den Beteiligten haben im November 2016 begonnen und verlaufen "pragmatisch und zielorientiert". Trotz vorsichtiger Sichtweise sei man "schnell vorangekommen", sagt Billing. Konsens besteht den Angaben zufolge bereits darin, dass die grenzüberschreitende Buslinie "wechselseitig bedient" werden soll. Es werden also auch deutsche Busse in Gubin und polnische Busse in Guben fahren.

Noch ungeklärt ist hingegen die Frage des Tarifes. Aktuell gelten in den beiden Teilen der Doppelstadt unterschiedliche Preise, mal wird in Euro, mal in Zloty bezahlt. Bei solchen Fragen will man auf die "Erfahrung anderer Städte" zurückgreifen, sagt Billing. Grenzüberschreitende Verkehrsprojekte gebe es bereits in Frankfurt (Oder), Görlitz sowie auf der Ostseehalbinsel Usedom.

Finanziert werden soll die neue Buslinie zwischen Guben und Gubin aus dem ÖPNV-Budget des Landkreises sowie mithilfe von EU-Fördermitteln. "Es wird keine Kürzungen von Verkehrsleistungen an anderer Stelle geben", verspricht Billing. 7,3 Millionen Euro stehen dem Landkreis Spree-Neiße jährlich für 5,8 Fahrplankilometer zur Verfügung. Der Eigenanteil liegt bei 3,1 Millionen Euro. Der Restbetrag finanziert sich aus Zuweisungen vom Bund und Land.

Zum Thema:
Die Händler des Gubener Neißecenters kämpfen schon lange um die Direktanbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Vor zwei Jahren hatten sie sogar eine Liste mit insgesamt 1856 Unterschriften an den amtierenden Bürgermeister Fred Mahro übergeben. Der Bürgermeister sicherte seine Unterstützung zu. Verantwortlich für den ÖPNV ist allerdings der Landkreis Spree-Neiße, der als Hinderungsgrund bislang Probleme bei der Linienführung angab. Aktuell müssen die Neißecenter-Kunden einen 300 Meter langen Fußweg von der Haltestelle am Cottbuser Platz bis zum Einkaufszentrum auf sich nehmen.