| 15:15 Uhr

Guben
Suche nach Kandidaten läuft

Guben. Gubener Parteien sondieren noch, wen sie in den Bürgermeisterwahlkampf schicken wollen.

Wer wird der nächste Bürgermeister? Die Frage beschäftigt viele Gubener. Ab Freitag können Vorschläge für die Wahl am 22. April eingereicht werden. Noch halten sich sowohl die etablierten Parteien, als auch die Wählergruppen und Bürgerinitiativen mit konkreten Namen  zurück. Schließlich wolle man keinen potenziellen Bewerber „verbraten“, wie Frank Kramer als Chef der Wählergruppe „Wir Gubener Bürger“ (WGB) klarstellt. Seine Fraktion will  in der kommenden Woche in einer erweiterten Sitzung darüber beraten. Ob ein eigener Kandidat zur Bürgermeisterwahl aufgestellt wird, hänge unter anderem von der „Konstellation“ und „was sonst noch auf dem Markt sei“ ab. Für sich selbst und die beiden Stadtverordneten Berit Kreisig und Jens Kaehlert schließt Kramer allerdings die Kandidatur aus. Bei der Bürgermeisterwahl 2016 habe es aber Interessenten gegeben, die „erst zu spät aus der Deckung“ kamen, so Kramer.

Als sehr wahrscheinlich gilt hingegen bereits jetzt die Kandidatur des amtierenden Bürgermeisters Fred Mahro, der sich bei der Stadtverordnetenversammlung am kommenden Mittwoch öffentlich positionieren will, wie er ankündigt. Mahro kennt das Geschäft. Er leitet die Geschicke der Stadt bereits seit der Suspendierung des gewählten Bürgermeisters Klaus-Dieter Hübner (FDP). Und das seit mittlerweile fast sieben Jahren.

Bei der Bürgermeisterwahl 2016 trat Mahro allerdings nicht an. Seine Entscheidung begründete er damals damit, dass er es mit Blick auf die Zukunft der Stadt für die beste Variante halte, weiter als Stellvertreter tätig zu sein. Mahro ist CDU-Mitglied. Der Stadtverband der Christdemokraten will am 31. Januar entscheiden, wen er ins Rennen schickt.

2016 siegte Klaus-Dieter Hübner (FDP), der sich in der Stichwahl mit 57,8 Prozent der Stimmen gegen die Gegenkandidatin Kerstin Nedoma (Linke) durchsetzte. Sein Amt als Rathauschef trat Hübner jedoch nie an, weil er aufgrund seiner Vorstrafe vom Spree-Neiße-Landrat sofort suspendiert wurde.  Nach seinem Tod Ende Dezember 2017 muss in Guben nun gewählt werden.

„Das Amt eines Bürgermeisters ist kompliziert und mitunter schwerer auszufüllen als das eines Ministers“, sagt Günter Quiel, Fraktionschef bei der Gubener SPD. Auch in seinem Ortsverband laufen derzeit die „Sondierungen“. Einen konkreten Namen will er nicht nennen. Die Entscheidung soll erst am 1. Februar fallen. Neben möglichen Kandidaten aus den eigenen Reihen gebe es immer auch Vorschläge des Kreisverbandes sowie Interessenbekundungen von auswärtigen Bewerbern. Bei der Wahl vor zwei Jahren hatte die Gubener SPD Ingo Schuster aus Berlin ins Rennen geschickt. Der damals 40-Jährige holte 18,2 Prozent der Stimmen, schaffte es aber nicht in die Stichwahl. Quiel steht Kandidaten von auswärts nach wie vor grundsätzlich positiv gegenüber. „Dr. Alfred Glücksmann war der erfolgreichste Bürgermeister Gubens. Auch er kam von auswärts, aus Berlin“, sagt er. Das war 1912, damals sollen sogar 78 Kandidaten um das Bürgermeisteramt gekämpft haben.

Nichts Neues gibt es von den Linken, wie Fraktionschef Steffen Buckel-Ehrlichmann auf RUNDSCHAU-Nachfrage erklärt. Allerdings hatte erst vor wenigen Tagen Kerstin Nedoma noch einmal ausdrücklich erklärt, nicht mehr zur Verfügung zu stehen. An dieser bereits kurz nach der Wahl 2016 getroffenen Aussage habe sich nichts geändert. Die Sächsiche Zeitung hatte sie als mögliche Kandidatin ins Gespräch gebracht. Diese Aussage sei aber nicht autorisiert gewesen, betont Nedoma.

Und die Bürgerinitiative „Gläsernes Rathaus“? Sie hat sich noch nicht auf einen Kandidaten festlegt. Erst Ende Januar soll eine Entscheidung getroffen werden, kündigt Mitbegründer Thomas Schreiter an. Die Bürgerinitiative hatte sich nach der Wahl 2016 gegründet. Einige ihrer Mitglieder sind von der FDP-Fraktion als sachkundige Einwohner berufen worden und sammeln auf diesem Weg in den Fachausschüssen  bereits kommunalpolitische Erfahrungen.