"Der Petitionsausschuss hat in seiner Antwort die hohe Kriminalitätsbelastung in unserer Region eingeräumt", betont Kramer. Im Jahr 2013 wurden 2025 Straftaten in Guben erfasst. Das entspricht einem Anstieg von 23 Prozent im Vergleich zu 2012. "Endlich wird auch in Potsdam die Lage als besorgniserregend eingeschätzt", sagt der Fraktionsvorsitzende. Als positiv wertet die Wählergruppe auch, dass die eingereichte Petition mit der Antwort des Petitionsausschusses nicht abgeschlossen ist, sondern an den Innenausschuss als zuständiges Fachgremium verwiesen wird.

"Kernforderung" der Wählergruppe bleibt aber weiterhin mehr Personal bei der Polizei. Der mit der Polizeireform einhergehenden Stellenabbau sei eine Fehlentscheidung und müsse korrigiert werden, begründet Kramer. Mit der Argumentation des Innenministeriums, dass die Strukturreform bereits umgesetzt sei, wollen sich die Gubener nicht zufriedengeben.

"Nachdrücklich" gefordert wird außerdem, dass die Befristung für den zweiten Streifenwagen in der Neißestadt aufgehoben wird. Eingeplant ist die Verstärkung bis zum 15. Oktober. Als "Beschwichtigungsversuch" bezeichnet Kramer die Antwort des Innenministeriums auf die Forderung nach einem Hilfsfonds für geschädigte Unternehmer. Ob die angekündigten Gespräche zur Kriminalitätsprävention in Guben Wirkung zeigen, sei ungewiss. Die dafür eingeplanten 15 000 Euro in diesem Jahr seien wahrscheinlich zu wenig.

Die Wählergruppe will zunächst die Koalitionsverhandlungen in Brandenburg abwarten, bevor nächste Schritte unternommen werden. "Ein Hinausschieben von notwendigen Entscheidungen darf es nicht geben", betont Kramer. Mehr als 3800 Gubener hatten die Petition unterschrieben.