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| 15:49 Uhr

Guben
Brunnenbauer fährt zur Handwerkermesse

Der Gubener Brunnenbauer Hans-Peter Roeschmann will eine Wasseraufbereitungsanlage bei der Handwerkermesse in Cottbus zeigen. Mithilfe des Spezialgranulats wird der Eisenanteil aus dem Grundwasser gefiltert.
Der Gubener Brunnenbauer Hans-Peter Roeschmann will eine Wasseraufbereitungsanlage bei der Handwerkermesse in Cottbus zeigen. Mithilfe des Spezialgranulats wird der Eisenanteil aus dem Grundwasser gefiltert. FOTO: Silke Halpick / LR
Guben. Die Städte Guben und Gubin setzen bei der Handwerkermesse auf Gemeinschaftsstand.

Der Gubener Brunnenbau-Betrieb Karl Roeschmann wird sich am Wochenende auf der Handwerkermesse in Cottbus präsentieren. Er gehört zu den Teilnehmern des ersten deutsch-polnischen Gemeinschaftsstands der Doppelstadt Guben-Gubin – und hofft vor allem auf viele neue Kunden.

„Das ist es doch, worum es geht“, sagt Hans-Peter Roeschmann. Den Messebesuchern will der 53-Jährige eine Wasseraufbereitungsanlage zeigen, mit der der Eisenanteil aus dem Grundwasser gefiltert werden kann. Dafür sorge  ein spezielles Granulat, das aus Mangan­oxid-beschichtetem Kalkkorn besteht, wie er erklärt. Der hohe Eisenanteil im Grundwasser sei für die Region typisch, wie er sagt. Entsprechend hoch sei auch die Nachfrage nach Aufbereitungsanlagen, die es sowohl für Einfamilienhäuser als auch für Landwirtschafts- und Industriebetriebe gebe.

Mit seinem Unternehmen, das vor 151 Jahren vom Ururgroßvater Karl Roeschmann gegründet und jetzt bereits in fünfter Generation geführt wird, ist Hans-Peter Roeschmann regelmäßiger Aussteller bei der Handwerkermesse in Cottbus. Er findet es wichtig, Präsenz zu zeigen. Den diesjährigen Gemeinschaftsstand der Städte Guben-Gubin begrüßt er ausdrücklich – auch weil die Standgebühren für den Einzelnen nicht unerheblich seien. „Ob sich der Auftritt tatsächlich rechnet, weiß man nie“, räumt er ein.

Erstmals mit einem eigenen Stand war die Stadt Guben schon im vergangenen Jahr auf der Handwerkermesse vertreten.  Dafür hatte der amtierende Bürgermeister Fred Mahro in der Vergangenheit lange geworben. Diesmal ist auch die Nachbarstadt Gubin dabei. Verschiedene Gewerke vom Brunnenbau bis zur Kunstschmiede aus der deutschen und polnischen Stadthälfte werden sich auf dem Messegelände in der Halle 2 zeigen. Die beiden Verwaltungschefs Fred Mahro und Bartlomiej Bartczak wollen zur Eröffnung am Samstag um 10 Uhr und dem anschließenden Messerundgang ebenfalls vor Ort sein.

Hintergrund für diesen gemeinsamen Auftritt ist  das Interreg-Programm „Zwei Rathäuser – eine Eurostadt“, das bereits im April 2017 mit einem Gesamtetat von fast 600 000 Euro gestartet ist. Ziel ist die verbesserte Zusammenarbeit der Verwaltungen beider Städte sowie die Überwindung von sprachlichen und soziokulturellen Barrieren bei den hier lebenden Menschen. Neben gemeinsamen Stadtratssitzungen gehört auch ein gemeinsames Marketing im Rahmen der Wirtschaftsförderung dazu.

Die Lage seines Unternehmens an der deutsch-polnischen Grenze empfindet der Brunnenbauer Roeschmann nach wie vor als Handicap. „Uns fehlt die Hälfte des möglichen Aktionsradius’“, begründet er. Der benachbarte polnische Markt sei grundsätzlich interessant. Doch vor allem die fehlenden Sprachkenntnisse würden den Zugang erschweren. Stattdessen ist sein Vier-Mann-Unternehmen in der Region von Frankfurt (Oder) bis nach Herzberg (Elbe-Elster) im Einsatz.

Nicht nur Brunnen werden gebohrt, sondern auch das Grundwasser abgesenkt. „Wie beim Tagebau, nur zwei Nummern kleiner“, sagt Roeschmann. Diese Arbeiten sind gefragt, wenn beispielsweise Häuser oder Straßen gebaut werden. Ganz neu ins Programm will Roeschmann jetzt die Wartung von Feuerlöschanlagen nehmen. Nass- und Trockensteigleitungen, an die die Feuerwehr im Notfall ihre Schläuche anschließt, gibt es  in fast allen öffentlichen Gebäuden. Hierfür habe es konkrete Nachfragen gegeben, erzählt der Brunnenbauer. Ab Februar ist er auch damit im Geschäft.