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| 18:36 Uhr

LR Vor Ort
Brummi-Ärger in Lübbinchen

Ortsvorsteherin Gisela Kieschke, ihr Stellvertreter Jürgen Soremba und Anwohner Eberhard Jurk (v.l.n.r.) kämpfen bereits seit vielen Jahren für ein Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Kilometer pro Stunde für Lkw im Ort.
Ortsvorsteherin Gisela Kieschke, ihr Stellvertreter Jürgen Soremba und Anwohner Eberhard Jurk (v.l.n.r.) kämpfen bereits seit vielen Jahren für ein Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Kilometer pro Stunde für Lkw im Ort. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Lübbinchen. Die RUNDSCHAU will mit den Betroffenen und der zuständigen Behörde über den Verkehrslärm diskutieren.

Mehrere Hundert Brummis, Berufspendler und Tanktouristen donnern täglich auf der B 320 durch Lübbinchen. Die Belastung nimmt Jahr für Jahr zu. Die Einwohner fordern Maßnahmen zum Schutz gegen den Lärm. Der Landkreis Spree-Neiße bezeichnet die Bundesstraße nach Verkehrszählungen als noch „unterdurchschnittlich belastet“.

Über die Situation für die Menschen, deren Hoffnungen und Erwartungen sowie die Möglichkeiten der zuständigen Behörde will die RUNDSCHAU im Rahmen der Diskussionsrunde „LR vor Ort“ sprechen. Ihre Teilnahme zugesagt haben Schenkendöberns Bürgermeister Peter Jeschke (CDU), Gisela Kieschke, Jürgen Soremba und Uwe Neumann (alle drei vom Ortsbeirat) sowie Marlies Kulka, Fachbereichsleiterin Ordnung, Sicherheit und Verkehr im Landkreis, sowie Sabine Pohle, dort Sachgebietsleiterin Ordnung, Personenstandswesen und Verkehr.

Sogar volle Mülltonnen, die am Straßenrand aufgestellt waren, sollen durch den Luftzug der vorbeifahrenden Lkw schon umgefallen sein, erzählen die Anwohner. Rund 50 Prozent der Lübbinchener leiden unter dem Lärm. Zwischen ihren Häusern und der viel befahrenen Straße sind mitunter nur ein paar Meter Platz. Die Belastung hat spürbar zugenommen, seitdem die Brücke bei Jamlitz vor ein paar Jahren abgerissen wurde und die Durchfahrt auch für Schwertransporter freigegeben ist.

Die einfachste Lösung aus Sicht der Lübbinchener wäre eine Umgehungsstraße. Doch dass eine solche teure und aufwendige Baumaßnahme nicht kommt, ist vielen Einwohnern schon klar. Gefordert wird bereits seit vielen Jahren eine Tempobeschränkung auf 30 Kilometer pro Stunde sowie eine Verkehrsinsel zum sicheren Überqueren der Fahrbahn. „Bisher wurden unsere Anträge vom Landkreis allerdings immer abgelehnt“, betont Ortsvorsteherin Gisela Kieschke.

Der Landkreis Spree-Neiße seinerseits verweist auf eine erst im Mai 2018 durchgeführte Verkehrszählung. Das Ergebnis: 2649 Fahrzeuge fahren täglich durch Lübbinen. Im Jahr 2015 waren es nach Hochrechnungen des Bundes mit 1881 Fahrzeugen noch 781 weniger. Trotzdem sei aus Sicht der Behörde „keine signifikante Steigerung im Verkehrsaufkommen“ zu erkennen. Schließlich handelt es sich um eine Bundesstraße, die überörtlichen Verkehr – auch Schwerverkehr – aufnehmen soll.

Aufgefallen ist allerdings bei den Messungen, dass 58 Prozent aller Fahrzeuge die zugelassene Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde überschreiten. Das deckt sich mit den Beobachtungen der Lübbinchener. Die Anwohner kritisieren ebenfalls, dass oft viel zu schnell gefahren wird. Je höher das Tempo, desto größer auch die Lärmbelastung.

Mehr, zumindest temporäre, Geschwindigkeitsmessungen in Lübbinchen haben mittlerweile Vertreter der Polizeidirektion Cottbus sowie der Bußgeldstelle des Landkreises Spree-Neiße zugesagt. „An den Kontrollen sollte der Landkreis dranbleiben“, betont auch Steffen Krautz, SPD-Kreistagsabgeordneter aus der Gemeinde Schenkendöbern. Er hatte das Problem der Lübbinchener schon im April 2018 im Kreistag vorgebracht. „Tempokontrollen in den Orten finden generell viel zu wenig statt“, bemängelt Krautz.