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Verkehr
Brückenbau verzögert sich

Die Arbeiten an der Brücke in der Karl-Marx-Straße in Guben verzögern sich um zwei Wochen. Foto: S. Halpick
Die Arbeiten an der Brücke in der Karl-Marx-Straße in Guben verzögern sich um zwei Wochen. Foto: S. Halpick FOTO: Silke Halpick / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Guben. Der Landkreis Spree-Neiße als Bauherr will die Sanierung in der Karl-Marx-Straße Ende November abschließen. Silke Halpick

Die Sanierung der Brücke in der Karl-Marx-Straße dauert nun doch länger als geplant. Mit rund 14 Tagen Verzug rechnet der Landkreis als zuständiger Bauherr. Spätestens ab dem 30. November 2017 soll die viel befahrene Straße für den Verkehr freigegeben werden.

„Für die Verzögerung gibt es verschiedene Gründe“, sagt Frank Kuckert, Sachgebietsleiter der Unteren Straßenbaubehörde des Landkreises Spree-Neiße. Zum einen sei das Baumaterial nicht immer pünktlich geliefert worden. Andererseits habe sich auch der Einsatz der Unternehmen verzögert, weil viele dieser Spezialisten randvolle Auftragsbücher haben.

„Die Schwarzdecke soll am 17. November eingebaut werden“, erklärt Kuckert. Diese wird über die Brücke hinaus rund drei Meter zur Kreuzung Karl-Marx-/Cottbuser Straße gezogen. Das soll den Planungen zufolge zwei Tage in Anspruch nehmen. In dieser Zeit muss die Fahrbahn entlang der Cottbuser Straße nochmals eingeengt werden, zu einer Komplettsperrung kommt es allerdings nicht, wie Kuckert betont. Auch Gubener Autofahrer hatten am RUNDSCHAU-Reporter-Telefon bereits den schlechten Zustand der Straße kritisiert.

Rund eine Millionen Euro kostet die Sanierung der Brücke, informiert Kuckert. Ursprünglich hatte der Landkreis mit der Hälfte gerechnet. Allerdings bestand der erste Sanierungsvorschlag nicht die statische Prüfung, in der Zwischenzeit stiegen auch die Planungs- und Baukosten deutlich an. „Es war ein wirklich schwieriges Vorhaben“, betont Kuckert. Im Mai 2017 wurde mit den Brückenarbeiten begonnen, mit der Fertigstellung wurde ursprünglich Ende Oktober gerechnet.

Aus Sicht der Händler des angrenzenden Neißecenters ist es an der Zeit, dass die Baustelle endlich wieder verschwindet. Beschwerden über Umsatzeinbußen liegen der Stadt Guben allerdings nicht vor, wie Pressesprecher Bernhard Schulz auf RUNDSCHAU-Nachfrage betont. Damit sei auch nicht gerechnet worden, sagt er. Schließlich sind alle Geschäfte über verschiedene Umleitungsstrecken jederzeit erreichbar.

Eine der beliebtesten Abkürzungsrouten ist der Schleichweg um die Feuerwehr am Cottbuser Platz. Diese Strecke ist zwar nicht als offizielle Umleitung ausgeschildert, wird aber von vielen Ortskundigen genutzt. Der amtierende Bürgermeister Fred Mahro warb bereits im August um Verständnis für die zusätzliche Verkehrsbelastung bei den Anliegern. Die Straße führt auf einen Privatweg, der direkt auf dem Parkplatz des Neißecenters endet.

Die offiziell ausgewiesene Umleitungsstrecke über die Flemming-, Sprucker und Erich-Weiner-Straße ist hingegen wesentlich zeitaufwändiger. Schon im Vorfeld der Brückensanierung wurde von einzelnen Gubener Stadtverordneten die Komplettsperrung der Karl-Marx-Straße kritisiert. Doch eine halbseitige Sperrung schloss der Landkreis als Bauherr aus. Verwiesen wurde auf die höheren Baukosten sowie die längere Bauzeit.

Die möglichst schnelle Umsetzung der Brückensanierung ist auch im Interesse der Stadt Guben. Denn erst im Anschluss daran kann die Flemmingstraße erneuert werden, die derzeit zur ausgeschilderten Umleitungsstrecke gehört. Bis Ende 2018 hat die Stadt dafür Zeit, anderenfalls werden die vom Bund zugesagten Fördermittel riskiert.

Mit der grundhaften Instandsetzung soll nach der Frostperiode begonnen werden, wie Stadtsprecher Bernhard Schulz bestätigt. Ein konkretes Datum für den Baustart gibt es noch nicht. Laut einer Verkehrszählung fahren täglich rund 4000 Autos und 170 Laster die Flemmingstraße entlang.

Den Planungen zufolge soll die Fahrbahn für Autos zwischen Cottbuser und Ahornstraße deutlich enger werden, dafür aber der Straßenrand für Radfahrer und Fußgänger entsprechend wachsen. Von den Verkehrsinseln werden wohl nur noch zwei bis drei erhalten bleiben. Die Stadt plant für den Ausbau der 580 Meter langen Straße mit Gesamtkosten in Höhe von 700 000 Euro.