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Braunkohledorf protestiert gegen drohende Abbaggerung

Aufgerissen ist der Boden eines abgelassenen Fischteiches in Peitz (Brandenburg) am 03.01.2016 vor den dampfenden Kühltürmen des Braunkohlekraftwerkes der Vattenfall AG in Jänschwalde. Am Nachmittag findet der 9. Sternmarsch für die vom Braunkohletagebau bedrohten Dörfer Atterwasch, Grabko und Kerkwitz im Südosten von Brandenburg statt. Die Einwohner wehren sich seit Jahren gegen den geplanten Tagebau Jänschwalde-Nord und gegen den Neubau eines Kohlekraftwerkes in Jänschwalde (Spree-Neiße). Foto: Patrick Pleul/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Aufgerissen ist der Boden eines abgelassenen Fischteiches in Peitz (Brandenburg) am 03.01.2016 vor den dampfenden Kühltürmen des Braunkohlekraftwerkes der Vattenfall AG in Jänschwalde. Am Nachmittag findet der 9. Sternmarsch für die vom Braunkohletagebau bedrohten Dörfer Atterwasch, Grabko und Kerkwitz im Südosten von Brandenburg statt. Die Einwohner wehren sich seit Jahren gegen den geplanten Tagebau Jänschwalde-Nord und gegen den Neubau eines Kohlekraftwerkes in Jänschwalde (Spree-Neiße). Foto: Patrick Pleul/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ FOTO: dpa
Atterwasc. Der Eigentümerwechsel in der Lausitzer Braunkohlesparte ist durch, aber wie geht es mit den Plänen zur Tagebauerweiterung aus? Das ist bislang noch unklar, betroffene Dorfbewohner wollen wieder ein Zeichen des Protests setzen. Von Anna Ringle, dpa

Wird es in der Lausitz neue Tagebaue und Erweiterungen von Gruben geben? Seit dem kürzlichen Eigentümerwechsel von Vattenfall zum tschechischen EPH-Konzern ist das unklar. Pläne dafür existieren seit Jahren. Ob der neue Cottbuser Tagebaubetreiber LEAG, der zu EPH gehört, sie konsequent fortführen wird, will das Unternehmen in den nächsten Monaten bekanntgeben. Seit Jahren gibt es in südbrandenburgischen Dörfern, die den Kohlebaggern weichen müssten, Protest gegen die Pläne.

Auch in diesem Jahr soll am Reformationstag mit einem Dorffest in Atterwasch (Spree-Neiße) ein Zeichen gesetzt werden. Das Bündnis für Heimat und Zukunft hat für Montag (10.00 Uhr) zu einem Gottesdienst eingeladen. Danach folge ein Podiumsgespräch über den Strukturwandel in der Lausitz. Der Bauernbund Brandenburg ist nach eigenen Angaben Träger des jährlichen Festes, das es seit fünf Jahren gebe. Als Podiumsteilnehmer wird unter anderen der Wirtschaftswissenschaftler Christian von Hirschhausen erwartet. Vom brandenburgischen Wirtschaftsministerium und von EPH habe es Absagen gegeben, teilte Bauernbund-Geschäftsführer Reinhard Jung mit. In den vergangenen Jahren seien zwischen 300 und 400 Besucher zum Dorffest gekommen.

Atterwasch und die benachbarten Dörfer Kerwitz und Grabko im Grenzgebiet zu Polen liegen in der Nähe des Tagebaus Jänschwalde. Es gibt Pläne für eine weitere Grube ab Mitte der 2020er Jahre, die auf dem Gebiet der Dörfer liegen würde. Von einer Umsiedlung wären rund 900 Einwohner betroffen.

LEAG betreibt vier Braunkohlegruben in Brandenburg und Sachsen und mehrere Braunkohlekraftwerke. Die Lausitz ist das zweitgrößte Braunkohlerevier Deutschlands - größere Felder gibt es noch im Rheinland. Vattenfall hatte die Kohlesparte in Ostdeutschland veräußert, auch weil sich der schwedische Staatskonzern stärker auf erneuerbare Energien ausrichten will.