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| 15:00 Uhr

Energie
Biogasanlage flexibler gestalten

Die Biogasanlage in Sembten soll in Zukunft vor allem in den Abend- und Morgenstunden Strom produzieren.
Die Biogasanlage in Sembten soll in Zukunft vor allem in den Abend- und Morgenstunden Strom produzieren. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Sembten. Die Betreiber in Sembten wollen dann Strom produzieren, wenn es andere nicht können. Von Michèle-Cathrin Zeidler

Der Betrieb der Biogasanlage in Sembten soll flexibler gestaltet werden. „Wir wollen die Anlage zukunftsfähig machen“, erklärt Wilfried Pester, Geschäftsführer der E.ON edis Contracting GmbH auf der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter von Schenkendöbern. Seit 2008 erzeugen die drei separaten Anlagen Strom. „Mit der Energiewende können wir von unserer Stärke profitieren“, sagt Alfons Himmelstoß, geschäftsführender Gesellschafter bei der AEV Energy GmbH. Der Strom aus der Sonne und dem Wind sei bekanntlich abhängig vom Wetter. „Mit einer Biogasanlage kann hingegen immer Strom produziert werden“, so Alfons Himmelstoß. Daher will der Betreiber vermehrt dann Strom produzieren, wenn andere Produzenten es nicht können und die Preise für den Strom entsprechend höher sind. „Dafür muss der Betrieb flexibler gestaltet werden“, erklärt Alfons Himmelstoß.

Die Ideen für die Zukunft sind daher: eine bedarfsgerechte Stromproduktion, ein flexibler Blockheizkraftwerk-Betrieb und die Optimierung der Gärproduktverwertung. Dafür bekommen alle drei Biogasanlagen in Sembten ein neues Blockheizkraftwerk und einen neuen Wärmespeicher. „Die dritte Anlage bekommt zusätzlich ein neues Gärproduktlager“, sagt Alfons Himmelstoß.

Im Zuge der Maßnahmen soll auch eine gesetzliche Auflage erfüllt werden. Bis August 2022 müssen alle Biogasanlagen eine Umwallung nachrüsten, die austretende Stoffe im Havariefall auffangen kann. Seit August 2017 schreibt dies ein Gesetz bundesweit vor. „Falls es zu einem Leck kommt, können die Gärreste in dieser Umwallung aufgefangen werden und gelangen so nicht in die Natur“, erklärt Alfons Himmelstoß. Dass eine Biogasanlage nicht immer fehlerfrei funktioniert, mussten auch die Sembtener schon erfahren. Im November 2016 kam es durch einen Programmierfehler beim Wechsel der Software zu einem Überlauf von rund 20 Kubikmeter Substrat aus dem Fermenter. Allerdings kam es hier zu keinen Schäden an der Umwelt, da eine direkte Aufnahme des Substrates von den versiegelten Flächen möglich war.

„Um die Verkehrswege in der Erntezeit und beim Gärrestabtransport zu optimieren, planen wir außerdem ein neues Fahrsilo“, verrät Alfons Himmelstoß und verspricht, dass es zu keiner Verschlechterung der Geruchsbelastung durch die Silagelagerung im Fahrsilo kommt. „Wir werden nicht ein Kilogramm Mais mehr verarbeiten. Die Substrate und die Biogasproduktion bleiben unverändert“, betont Alfons Himmelstoß weiter. Auch die jährliche Stromproduktion bleibe unverändert. „Allerdings wird das Blockheizkraftwerk nicht mehr kontinuierlich laufen, tendenziell wird mehr Strom in den Morgen- und Abendstunden produziert“, fasst er zusammen. Damit würden Schwankungen im Stromnetz ausgeglichen. „Mit dieser Investition schaffen wir für die Anlage und für unsere regionalen Zulieferer eine Zukunft“, ergänzt Wilfried Pester. Zur Investitionssumme und der Zeitschiene machte der Betreiber keine Ausführungen.

„Es gibt immer wieder Beschwerden von Bürgern aufgrund von überhöhter Geschwindigkeit und der Nicht-Nutzung des Schotterweges von Zulieferern“, so Hanni Dillan nach der Präsentation. Dieses Problem ist dem Betreiber allerdings bekannt. „Wir brauchen das nicht schön zu reden. Da muss sich etwas ändern“, sagt Wilfried Pester. Aktuell werde an einer neuen Beschilderung zur Biogasanlage gearbeitet. „Wenn wir es in den Griff bekommen, dass nicht mehr so viele Lkws durch das Zentrum fahren, haben wir schon viel erreicht“, findet Bürgermeister Peter Jeschke.