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| 17:46 Uhr

Guben
Bewegung beim Hochwasserschutz

Hochwasserschutz 4c
Hochwasserschutz 4c FOTO: Sebastian Schubert / LR
Guben. Land Brandenburg will bis 2021 rund vier Millionen Euro an der Gubener Neiße investieren. Von Silke Halpick

In den Hochwasserschutz entlang der Neiße in Guben kommt wieder Bewegung. Die Planungen für den Abschnitt ab Egelneiße-Auslauf lagen jetzt im Rathaus öffentlich aus. Das Land Brandenburg will in den nächsten Jahren vier Millionen Euro für die Umsetzung von zwei Projekten investieren.

Bewusst vorsichtig wählt Ina Marquardt, Referentin für Hochwasserschutz-Planungen im Landesumweltamt, ihre Worte. „Aller Voraussicht nach“, sagt sie, werde Ende 2020 der Abschnitt zwischen der Spundwand und dem Auslaufbauwerk der Egelneiße fertig gestellt sein. Laut Planung ist das der zweite Teil des zweiten Bauabschnitts. Ab Mitte 2021 soll dann auch das sich daran anschließende Areal entlang des Plastinariums für den Hochwasserfall gerüstet sein. Das ist der dritte Teil des zweiten Bauabschnitts.

Eine Gewähr für den zeitlichen Rahmen will Marquardt allerdings nicht geben. Das Gubener Projekt ist zeitlich bereits stark in Verzug. Ursprünglich sollten die Arbeiten für den zweiten Teilabschnitt schon 2015 beginnen. Dabei wird die bereits bestehende Spundwand in der Alten Poststraße auf einer Länge von 160 Metern weitergeführt sowie das Auslaufbauwerk für die Egelneiße samt Fischaufstiegsanlage und Schöpfwerk gebaut.

Aktuell läuft aber erst die Ausschreibung der Ausführungsplanung, wie Marquardt einräumt. Mitte 2019 könnte die Baumaßnahme beginnen. Da in diesem Bereich viele Wohnhäuser stehen, soll die Spundwand vom Wasser aus errichtet werden. „Dazu wird in der Neiße ein Damm aufgeschüttet“, sagt die Referentin. Das stelle kein Problem dar. Erfahrung bei der „Einbringung von Schutzwänden“ auch auf diese Weise habe man bereits. Mit rund 3,5 Millionen Euro an Baukosten wird gerechnet.

Nochmals 1,5 Millionen Euro werden für die Rekonstruktion der Uferwand zwischen Plastinarium und Nordbrücke benötigt. Die hier vorhandene Mauer ist schon marode und soll ausgebessert sowie erhöht werden. Mit einem relativ schnellen Planfeststellungsbeschluss rechnet Sven Rogosky, Baufachbereichsleiter im Gubener Rathaus. In diesem Bereich gibt es nur einen großen Betroffenen, das Plastinarium. Deshalb seien auch kaum Einwände zu erwarten, so Rogosky. Auch die bauliche Umsetzung sei „überschaubar“.

Eine „kurze Stellungnahme“ zum Planverfahren hat die Stadt Guben dennoch eingereicht, sagt Rogosky. Darin stehe, dass die Stadt die „Maßnahmen vollumfänglich unterstützt“ und auf eine „zeitnahe Umsetzung drängt“. Im Rahmen des Eröterungstermins vor zwei Jahren hatte er scharfe Kritik geübt und betont, dass er eine weitere Hinhaltetaktik vonseiten des Landes nicht akzeptieren werde. Später ist er gemeinsam mit dem amtierenden Bürgermeister Fred Mahro nach Potsam gefahren, um den Verantwortlichen „auf die Füße zu treten“.

Das letzte große Hochwasser hat die Stadt im Juni 2013 erlebt. Verbissen stapelten damals die Bewohner der Alten Poststraße Sandsack über Sandsack, um ihr Hab und Gut zu schützen. Viele freiwillige Helfer packten mit an. Im Gegensatz zu den beiden Hochwassern im Jahr 2010 kam Guben jedoch glimpflich davon.

Rund 3,2 Millionen Euro  hat das Land Brandenburg seitdem in den Hochwasserschutz entlang der Gubener Neiße investiert. Im Dezember 2013 wurde das Einlaufbauwerk für die Egelneiße errichtet. Im Jahr darauf folgte die Spundwand von Hohms Gasse bis Höhe Logopädie. Geplant ist der Hochwasserschutz sogar bis zu den Kleingärten in Groß Breesen. Doch für diesen dritten und letzten Bauabschnitt gibt es vonseiten des Landesumweltamtes noch keine konkreten Planungen. „Der Schutz von Ortslagen geht vor“, stellt Marquardt klar.