ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:28 Uhr

Bewährungsstrafe für Gubener Stadtfest-Prügler

29. April: Bewährungsstrafen für Gubener Stadtfest-Schläger Vor dem Amtsgericht in Guben sind am Mittwoch die Urteile im Prozess rund um die Vorfälle beim Stadtfest im Juni 2006 gesprochen worden. Willi R. (23) wurde zu sieben Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wird. Silvio G. (27) wurde freigesprochen. Lesen Sie mehr [+ ]
29. April: Bewährungsstrafen für Gubener Stadtfest-Schläger Vor dem Amtsgericht in Guben sind am Mittwoch die Urteile im Prozess rund um die Vorfälle beim Stadtfest im Juni 2006 gesprochen worden. Willi R. (23) wurde zu sieben Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wird. Silvio G. (27) wurde freigesprochen. Lesen Sie mehr [+ ] FOTO: sxc.hu
Guben. Vor dem Amtsgericht in Guben sind am Mittwoch die Urteile im Prozess rund um die Vorfälle beim Stadtfest im Juni 2006 gesprochen worden. Von Susann Winter

Willi R. (23) wurde zu sieben Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wird. Silvio G. (27) wurde freigesprochen.

Richterin Katrin Milewski sah es als erwiesen an, dass Willi R. beim Stadtfest einen der Nebenkläger mit dem Kopf zwei Mal gegen einen Imbisswagen geknallt hatte. Das hatte der Angeklagte auch selbst zugegeben. Weitere Taten seien ihm nicht nachzuweisen. Die Richterin sah die Tat als politisch motiviert an. Seine rechte Gesinnung hatte der Angeklagte zugegeben. Die Opfer waren linke Jugendliche.

Silvio G. war von Zeugen lediglich beim Pöbeln gesehen worden und nicht bei Handgreiflichkeiten. Deshalb wurde er freigesprochen.

Die Anwälte der Nebenkläger sahen das anders. Ihrer Meinung nach waren die Pöbeleien von Silvio G. und der Angriff von Willi R. das Startsignal für das weitere Geschehen. Deswegen hätten beide für sämtliche Taten, die an dem Abend geschahen, bestraft werden müssen. Besonders eindringlich brachte Anwalt Ols Weidmann seine Sicht der Dinge rüber. Er sprach die Angeklagten an: „Angefangen haben Sie beide, und Sie wollten das auch. Alle können froh sein, dass nicht mehr passiert ist. Es hätte auch einer tot liegen bleiben können.“ Nach seiner Sicht „wurde in diesem Prozess viel verniedlicht“.

Ein anderer Nebenkläger-Anwalt nannte das Auftreten der Polizei beim Stadtfest „eine extrem schlampige Aktion“. Die Polizisten hatten im Prozess ausgesagt, nichts Ungewöhnliches gesehen zu haben. Mehrere Zeugen hatten sie jedoch vorbei fahren sehen.

Für Willi R. war dieser Prozess nicht der erste. Er wurde bereits mehrmals wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung bestraft. Als Konsequenz aus der Stadtfest-Prügelei muss er während der zweijährigen Bewährungszeit straffrei bleiben. Außerdem hat er 500 Euro an den Förderverein für alternative Jugendarbeit und Jugendkultur zu zahlen, der in Guben den Jugendklub „Comet“ betreibt. Willi R. trägt seinen Teil der Verfahrenskosten und die Kosten des Nebenklägers, den er beim Stadtfest verletzt hatte.

Zufrieden waren die Nebenkläger am Ende nicht, „weil die Tatsache nicht berücksichtigt wurde, dass diese Hetzjagd geplant war“, wie es einer der jungen Männer formulierte.

Der Staatsanwalt hatte Freispruch für Silvio G. und neun Monate auf Bewährung für Willi R. gefordert. Der Verteidiger von Silvio G. sprach sich ebenfalls für Freispruch aus. Willi R.s Anwalt plädierte auf sechs Monate auf Bewährung für seinen Mandanten.