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Besucher-Rekord im Museum

Heike Rochlitz im Gespräch mit Irmgard Schneider von Pro Guben. Der Verein stellt demnächst Bilder, die im Rahmen eines Workshops in den Gubiner Bergen entstanden sind, aus.
Heike Rochlitz im Gespräch mit Irmgard Schneider von Pro Guben. Der Verein stellt demnächst Bilder, die im Rahmen eines Workshops in den Gubiner Bergen entstanden sind, aus. FOTO: Silke Halpick
Guben. Auf ein überaus erfolgreiches Jahr 2016 können die Museen der Stadt Guben zurückblicken. Fast 6000 Besucher kamen zu den insgesamt 13 Sonderausstellungen. Das ist ein deutlicher Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr. Publikumsmagnet war die Sandmann-Ausstellung. Silke Halpick

"Knapp 2200 Besucher mehr als 2015 sind gekommen", sagt Heike Rochlitz. Darauf ist die Museumsleiterin "stolz", wie sie einräumt. Über die Gründe für den Anstieg könne sie jedoch nur spekulieren. Selbst bei der Auswertung der Statistik habe sie keine relevanten Hinweise finden können, die das erklären. "Aber offenbar haben wir den Nerv des Publikums getroffen und die Neugier geweckt", mutmaßt sie.

Zu den Publikumsmagneten gehört die Sandmann-Ausstellung, die erst im November eröffnet wurde und in den letzten beiden Monaten des Jahres 2016 auf ganz erstaunliche 1001 Besucher kam. "Das hatten wir bisher noch nie", sagt Rochlitz. Noch bis Ende Februar macht die Fernseh-Kultfigur aus DDR-Zeiten noch Station an der Neiße.

Auf 1180 Gäste in nur einer Nacht kam das Torhaus der ehemaligen Wilke-Villa, das im Rahmen der Museumsnacht des Landkreises Spree-Neiße für die Öffentlichkeit zugänglich war. Der Gubener Gymnasiast Vincent Birkenhagen zeigte als Stadtführer Interessierten Orte, die Guben und die Hutmacherfamilie Wilke geprägt haben.

Grundsätzlich sind Sonderausstellungen, die sich mit Themen der Gubener Geschichte beschäftigten, besonders gut nachgefragt. "Und es gibt sie immer noch - vom Filzhut, Viguhut & Co." sahen beispielsweise 925 Besucher. Auf 492 Gäste kam die Ausstellung zur Villa Wolf in Gubin, einem Erstlingswerk des Bauhaus-Architekten Ludwig Mies van der Rohe, für deren Wiederaufbau Enthusiasten aktuell Spendengelder sammeln. Und 480 Interessierte sahen sich die historischen Fotos zur Gubener Fischfabrik, die kurz nach der Wende im Jahr 1993 in Insolvenz ging, an.

Als "Selbstläufer" bezeichnet Heike Rochlitz die jährlichen Osterausstellungen, bei denen Künstler aus der Region ihre in Durchbruchtechnik gestalteten Vogel eier zeigen. "Die Arbeiten sind einfach beeindruckend", sagt die Museumschefin. Besucher können sich im Rahmen von Workshops auch selbst in der komplizierten Technik ausprobieren.

Zu den Museen der Stadt gehören das Stadt- und Industriemuseum im Rathauskomplex sowie das Heimatmuseum an der Sprucker Mühle, das allerdings nur noch auf Anfrage geöffnet ist. "Personell ist das nicht anders möglich", bedauert Rochlitz. Nur zwei Museumsmitarbeiter bereiten Sonderausstellungen vor, sichern die regulären Öffnungszeiten im Stadt- und Industriemuseum ab und unterbreiten den Kitas und Schulen museumspädagogische Angebote.

Zum Thema:
Zur diesjährigen Museumsnacht im September 2017 plant das Gubener Stadt- und Industriemuseum einen Graffiti-Workshop vor dem Rathaus. Die dabei entstehenden Kunstwerke werden anschließend ausgestellt, die besten unter ihnen prämiert. Zeitgleich wird es aber auch Lyrik für das ältere Publikum geben. Die Museumsnacht findet im gesamten Spree-Neiße-Kreis statt.