(mcz) Den Einwohnern von Krayne macht das permanente Rauschen der neu aufgestellten Windräder zu schaffen. Nach einer Vor-Ort-Diskussion mit der RUNDSCHAU und dem Betreiber der Windräder im November 2017 kündigte die Gemeinde Schenkendöbern an, das Landesumweltamt aufzufordern, im Rahmen einer Lärmmessung die Immissionsbelastung für die Krayner zu überprüfen.

In den Nächten vom 9. bis zum 12. November wurden diese Messungen auf einem Privatgrundstück in der Nähe des Parks nun durchgeführt. Dafür wurde das Messgerät auf einer Terrasse in einer Höhe von 1,5 Metern aufgestellt. Zusätzlich wurden Tonaufzeichnungen vorgenommen. „Die orientierenden Messungen haben gezeigt, dass der Richtwert nachts für Gebiete mit gemischter Bebauung eingehalten wird“, so Thomas Frey, Pressesprecher beim Landesumweltamt in Cottbus, auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Damit wurden die Prognosen aus dem Genehmigungsverfahren bestätigt. Diese waren von einer Lärmbelastung von 40,5 Dezibel ausgegangen. Bei Mischgebieten wie Krayne liegt der Grenzwert bei 45 Dezibel in der Nacht. Die Tonaufzeichnungen würden laut Frey allerdings auch dokumentieren, dass die Windenergieanlagen nachts zu hören sind, obwohl der Richtwert eingehalten wird. „Auch wenn der Richtwert eingehalten wurde, können sich Menschen schon bei einem Schalldruckpegel von mehr als 40 Dezibel gestört fühlen“, weiß der Pressesprecher. „Wir sind unterschiedlich empfindsam.“

Aus dem erhaltenen Messergebnis ergebe sich jedoch keine Handhabe für das Landesumweltamt einzugreifen. „Die Lärmbelastung wäre erst dann zu hoch, wenn an dem Messpunkt der Grenzwert von 45 Dezibel überschritten würde“, erklärt Frey. Obwohl es auch Lärm-Beschwerden aus Grano gab, wurden keine weiteren Messungen durchgeführt. Dies wurde in der Einwohnerfragestunde der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter von Schenkendöbern kritisiert. „Grano liegt weiter entfernt als das ausgemessene Grundstück in Krayne. Weil hier geringere Auswirkungen zu erwarten waren, wurde nicht gemessen“, begründet Frey.

Ende 2016 wurden vier neue Wind­räder im bereits bestehenden Park errichtet. Allerdings sind die neuen Anlagen höher. Seitdem beschweren sich viele der 150 Anwohner über den Lärm. Die vier neuen Windräder mit einer Gesamtleistung von 13,8 Megawatt, einer Nabenhöhe von rund 140 Metern und einem Rotordurchmesser von 120 Metern gehören zur Unternehmensgruppe UKA. Die Anlagen stehen 1000 Meter von den Wohnhäusern entfernt, was den in Brandenburg geltenden Vorschriften entspricht.