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Berliner Orgelklänge verzaubern im Gubener Gotteshaus

Organist und Kantor Sebastian Erdmann in Guben.
Organist und Kantor Sebastian Erdmann in Guben. FOTO: Jana Pozar/zar1
Guben. Der Berliner Organist und Kantor Sebastian Erdmann hat am Samstag die Gubener mit Orgelklängen verzaubert. Der Musiker spielte auf der Sauer-Orgel in der Kirche des Guten Hirten unter anderem Werke von Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy, Matthew Camidge, Johann Ludwig Krebs und Georg Friedrich Händel. Jana Pozar/zar1

Fast voll besetzt war die kleine Kirche an der Straupitzstraße. Das überraschte sogar den Organisator Andreas Eckert. "Sonst sind etwa 30 Leute hier. Heute sind es mehr als das Doppelte. Damit habe ich nicht gerechnet", gab er stolz zu.

Das Publikum sog mitunter mit geschlossenen Augen und in sich versunken, die Klänge der Sauer-Orgel ein. Nicht zuletzt, weil Sebastian Erdmann eine besondere Beziehung zu Guben hat: Seine Ehefrau stammt aus der Neißestadt. "Es ist allerdings das erste Konzert für mich in Guben", sagte der Organist. "Die Orgel spielt sich gut, klingt hervorragend", erzählte er nach einer kurzen Einspielzeit.

Das Konzert erinnerte an den 100. Todestag von Wilhelm Sauer, der in etwa 50 Jahren ungefähr 1100 Orgeln erbaut hat. Sauer stellte im Jahr 1903 die Orgel für die Kirche fertig.

Etwa 400 Materialien wurden und werden in einer Orgel verbaut. "Im Jahr 1992 wurde die Orgel komplett von der Orgelrestaurationswerkstatt Christian Scheffler auf mechanische und musikalische Ermüdungen geprüft, gereinigt, Lederteile ausgetauscht und instand gesetzt", weiß Andreas Eckert. Die Firma baut auf die einstige Orgelbaufirma Sauers auf. Seit der Sanierung erstrahlt die "Königin der Instrumente" majestätisch von der Empore der von Friedrich Wilke gestifteten Jugendstilkirche. Seither ist diese Orgel eine Referenz für die Firma.

"Das macht uns natürlich auch stolz und dankbar", versichert Andreas Eckert. "Für die Gemeinde des Guten Hirten ist es ein wichtiges Anliegen, die Schönheit und den romantischen, voluminösen Wohlklang auch über die Gottesdienste hinaus der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Deshalb freue ich mich, dass so viele Besucher den Weg in die Kirche gefunden haben", betonte Andreas Eckert.