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Bergbau hat Einfluss auf Wasserverlust in See

Der Pastlingsee war ein kleines Paradies bei Schenkendöbern. Jetzt sorgt er statt für Erholung vor allem für Sorge.
Der Pastlingsee war ein kleines Paradies bei Schenkendöbern. Jetzt sorgt er statt für Erholung vor allem für Sorge. FOTO: bergmann/halpick
Potsdam/Schenkendöbern. Der Bergbau hat nach Einschätzung des brandenburgischen Umweltministeriums etwas mit dem Wasserverlust im Pastlingsee in der Nähe von Guben (Spree-Neiße) zu tun. Das geht aus einer Antwort von Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Landtag hervor. Anna Ringle

Darin heißt es: "Nach erster Einschätzung ist für die Seespiegel absenkung durchaus ein bergbaulicher Einfluss gegeben." Um das zu konkretisieren, werde das Landesbergamt bis Ende des Jahres weitere Untersuchungen und Berechnungen erstellen.

Nach Vorliegen und Prüfen der Daten könne ein endgültiges Ergebnis präsentiert werden, hieß es weiter. Die Grünen-Fraktion sprach von Geheimhaltung. "Seit Jahren wird die Öffentlichkeit hingehalten", sagte die Grünen-Politikerin Heide Schinowsky.

Im Sommer 2015 hatte in dem Badesee in der Gemeinde Schenkendöbern (Spree-Neiße) wegen des großen Wasserverlusts ein massives Fischsterben eingesetzt. Davor hatte das Gewässer schon seit Jahren mit sinkenden Wasserständen zu kämpfen. Gründe waren viele erwogen worden, unter anderem war die Braunkohleförderung im nahegelegenen Tagebau Jänschwalde ins Spiel gebracht worden. Der damalige Betreiber Vattenfall hatte einen Zusammenhang zurückgewiesen, bot aber an, die Kosten für eine Grundwasser-Zuleitung in den See auf freiwilliger Basis zu tragen. Damit sollte das Problem gemildert werden. Auch in diesem Jahr wird seit 31. März Wasser in den See geführt, damit die Pegelstände nicht sinken, wie der Gewässerverband Spree-Neiße mitteilte. Der neue Betreiber der Lausitzer Tagebaue, Leag, hatte eine Verlängerung für die Kostenübernahme angeboten. Ein Unternehmenssprecher sagte am Donnerstag: "Die Leag vertritt nach wie vor den Standpunkt, dass in Bezug auf den Wasserrückgang im Pastlingsee ein direkter Einfluss des Tagebaus Jänschwalde nicht nachweisbar ist. Gleichwohl kann er auch nicht vollständig ausgeschlossen werden."

Allein die Ergebnisse von Verdunstungsmessungen, die erstellt worden waren, seien für eine Beurteilung nicht ausreichend.