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Bergbau-Gutachter greift Vattenfall an

Peter Immekus Foto: ten1
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Kerkwitz. Über das Thema Bergschäden haben sich rund 100 Bewohner aus Dörfern der Gubener Region während einer Veranstaltung in der Kerkwitzer Kirche informiert. Diplom-Ingenieur Peter Immekus erläuterte Mittwochabend, wie Bergschäden entstehen und welche Maßnahmen Hausbesitzer ergreifen sollten.

Laut Immekus, Vorsitzender des Netzwerkes Bergbaugeschädigter im Rheinischen Braunkohlenrevier und Bergschadengutachter, könne der Entzug des Grundwassers beispielsweise eine Aktivierung tektonischer Störungen im Gelände zur Folge haben. Auch Veränderungen des Baugrunds, zum Beispiel durch schrumpfende Torflinsen, oder rückkehrendes Grundwasser nach Abschluss des Tagebaus könnten zu Bergschäden führen. Mehrfach verwies der Experte darauf, dass die Eigentümer selbst aktiv werden müssen, um solche Schäden anzuzeigen. Immekus kritisierte die aktuelle Regulierungspraxis von Vattenfall. Der Konzern halte am Datenmonopol fest, verweigere die Herausgabe von Bohrergebnissen. “Die Betroffenen sind somit strukturell unterlegen.„ Er forderte die Herausgabe aller Daten und, dass Ablehnungen von Schadensregulierungen nicht vom Schreibtisch erfolgen dürften. Die Politik müsse für Druck sorgen.

Für Aufsehen sorgte Moderator Steffen Krautz, als er während der Diskussion die Abwesenheit von Bürgermeister Peter Jeschke (CDU) und die aus seiner Sicht zu geringe Unterstützung der Gemeinde kritisierte. Jeschke erklärte dazu der RUNDSCHAU, dass er erst am 27. Januar von der Veranstaltung erfahren habe, zu diesem Zeitpunkt aber schon seine Teilnahme an der Info-Veranstaltung in Pinnow zum geplanten Solarpark zugesagt habe. Zur Unterstützung sagte der Bürgermeister, dass die Gemeindevertreter beschlossen hätten, dass die Gemeinde die Unkosten für Peter Immekus' Vortrag trägt.

Thomas Engelhardt/ten1