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| 16:34 Uhr

Konzert
Ein Hut für den Orchesterleiter und stehende Ovationen

Das Landespolizeiorchester Brandenburg unter der Leitung von Christian Köhler spielte zugunsten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in der Alten Färberei in Guben.
Das Landespolizeiorchester Brandenburg unter der Leitung von Christian Köhler spielte zugunsten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in der Alten Färberei in Guben. FOTO: Ute Richter
Guben. Benefizkonzert der Landespolizeimusiker spielt in Guben gut 1700 Euro für die Kriegsgräberfürsorge ein. Von Ute Richter

Einen ganz besonderen „Spät-Sommer“ haben am Mittwochabend in der Alten Färberei in Guben zahlreiche Besucher mit einem Konzert des Landespolizeiorchesters erlebt, das in diesem Jahr 20 Jahre alt wurde. Es konnte nicht nur die Musik genossen, sondern gleichzeitig etwas Gutes getan werden. Seit 2012 kommen die Berufsmusiker der Polizei Brandenburg in die Neißestadt und veranstalten ein Benefizkonzert zugunsten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Diesmal sind 1746 Euro zusammengekommen.

Unter der Leitung von Christian Köhler spielten die 45 Musiker des sinfonischen Orchesters ein abwechslungsreiches Konzert mit klassischen und modernen Liedern. Einmal mehr bewiesen sie, dass sie alle Musikrichtungen perfekt beherrschen und in der Lage sind, das Publikum von Anfang an mitzureißen. Das Repertoire umfasste den „Einzug der Gladiatoren“, „Eine Schwarzwaldfahrt“, „Die Regimentskinder“ und „den „Florentiner Marsch“ ebenso wie Titel von Herp Alpert und Les Humphries oder Hits der 80er-Jahre. Einen musikalischen Abstecher gab es außerdem nach Südamerika und nach Russland. Und wie in jedem Jahr ließen es sich die Musiker nach stehenden Ovationen des Publikums nicht nehmen,  Brandenburgs Nationalhymne „Märkische Heide“ zu spielen. „Ohne dieses Lied kommen wir nirgendwo aus dem Saal“, so Dirigent Christian Köhler – er hob den Taktstock  und alle sangen mit.

Die Moderation des Abends übernimmt stets Thomas Petersdorf. Er freute sich mit dem Orchester, bereits das zweite Mal in diesem Jahr in der Neißestadt zu sein. „Guben ist immer eine Reise wert, und das Publikum ist uns hier seit Jahren treu“, sagte er. Anfang Juni umrahmten die Landespolizei-Musiker die Eröffnungsveranstaltung zur Seniorenwoche Brandenburgs in der Klosterkirche. Anschließend gaben sie ein Konzert beim Gubener Frühlingsfest.

Die Einnahmen des Benefizkonzertes am Mittwochabend kommen traditionell dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zugute, wofür sich Landesverbands-Chef Oliver Breithaupt am Mittwochabend bedankte. Zahlreiche Aufgaben zur Pflege von Kriegsgräbern in vielen europäischen Ländern können mit Erlösen wie diesem bewältigt werden, so Breithaupt. Außerdem gehören die Bergung und Umbettung deutscher Soldaten nach Kriegen zur Aufgabe. „Im vergangenen Jahr wurden rund 500 Kriegstote geborgen oder verlegt“, erzählt er. Erst kürzlich waren es einhundert in Lebus. Der Volksbund betreut Angehörige in Fragen der Kriegsgräberfürsorge, er berät öffentliche und private Stellen, unterstützt die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kriegsgräberfürsorge und fördert die Begegnung junger Menschen an den Ruhestätten der Toten.

Im kommenden Jahr feiert der Volksbund Kriegsgräberfürsorge sein 100-jähriges Bestehen. Seit zehn Jahren gibt es die Kooperation mit dem Landespolizeiorchester. Gemeinsam füllen sie seitdem Hallen und Säle für einen guten Zweck. „Die Kriege dieser Welt lassen nicht zu, dass unsere Arbeit aufhört“, so Oliver Breithaupt.

Uwe Schulz, stellvertretender Bürgermeister von Guben, würdigte das Benefizkonzert als eine der wichtigsten Veranstaltungen in der Stadt. Die Qualität des Orchesters, der Organisationswillen des Volksbundes sowie die rege Teilnahme des Publikums lassen dieses außergewöhnliche Konzert seit 2012 zu einem besonderen Höhepunkt im Jahr werden. Auch Apfelkönigin Simone Klotz genoss diesen besonderen Abend und übergab im Namen der Stadt einen Hut an den Orchesterleiter.