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Beim Neujahrsempfang Guben drehte sich alles um die Partnerschaft an der Neiße

Seit 200 Jahren in Guben: die Spediteursfamilie Wilke. Thomas (Mitte hinten), Andreas (hinten rechts), August (v.l.) und Wilhelm Wilke trugen sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Die Laudatio hielt Peter Kopf, Präsident der Industrie- und Handelskammer Cottbus (2.v.l.).
Seit 200 Jahren in Guben: die Spediteursfamilie Wilke. Thomas (Mitte hinten), Andreas (hinten rechts), August (v.l.) und Wilhelm Wilke trugen sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Die Laudatio hielt Peter Kopf, Präsident der Industrie- und Handelskammer Cottbus (2.v.l.). FOTO: Schauff
Guben/Gubin. Eine Entwicklung geht nur gemeinsam – das war Konsens beim Neujahrsempfang der Städte Guben und Gubin am Donnerstag. Knapp 200 Gäste starteten mit den deutschen und polnischen Neißestädtern ins neue Jahr. Daniel Schauff

"Eine Entwicklung der Stadt, die ohne eine der beiden Seiten vonstattengeht, wird scheitern." Starke Worte vom amtierenden Bürgermeister Gubens, Fred Mahro, beim Neujahrsempfang am Donnerstagabend in der Alten Färberei. Worte aber, die allem Anschein nach auf beiden Seiten der Neiße nicht nur Gehör, sondern auch Zustimmung finden. Von der Abschaffung der Unterschiede sprach etwa Gubins Bürgermeister Bartlomiej Bartczak - das sei ein wichtiger Teil der Arbeit beider Rathäuser in diesem Jahr. Als "einzigartig" bezeichnete Mahro die Partnerschaft zwischen den beiden Städten, belegte das mit den Neujahrsempfängen in Frankfurt (Oder) und Görlitz, die - wie Guben - einen Partner auf der anderen Flussseite haben, sich aber für einen Empfang ohne Partner entschieden hatten. Guben und Gubin feiern gemeinsam - und sie entwickeln sich gemeinsam. Zum Positiven, kündigt Mahro an. So wie die Doppelstadt sich auch 2016 positiv entwickelt habe. Monatsweise konnte Mahro Höhepunkte auflisten, von Fördermittelbescheiden über Sanierungsarbeiten, Neuansiedlungen von Unternehmen und Einrichtungen bis hin zu den großen Festen, die Guben und Gubin traditionell gemeinsam feiern.

"Handwerk und Mobilität verbinden über Grenzen hinweg" war das diesjährige Motto des Neujahrsempfangs. Passend dazu ehrten Guben und Gubin am Donnertagabend gleich mehrere Handwerker, die entweder besonders lang im Geschäft sind oder im vergangenen Jahr mit Goldenen und Diamantenen Meisterbriefen ausgezeichnet werden konnten. Metallbau Irrgang gibt es seit 105 Jahren, die Druckerei Legler seit 110 Jahren, die Glaserei Dulitz seit 115 Jahren, den Brunnenbauer Roesch mann seit stolzen 150 Jahren. Bäckermeister Hans-Joachim Schellack, Stellmachermeister Walter Bräuer, die Tischlermeister Werner Vorwerk und Fritz Schulz wurden im vergangenen Jahr mit den Diamantenen Meisterbriefen ausgezeichnet. Die Augenoptikermeisterin Jutta Butzke, der Bäckermeister Heinz Kund und der Elektroinstallateurmeister Günter Märksch erhielten 2016 die Goldenen Meisterbriefe.

Höhepunkt des Abends war - neben zahlreichen hochkarätigen Gästen vom Landrat Harald Altekrüger (CDU) über Tomasz Badowski, Botschaftsrat der polnischen Botschaft in Berlin oder Tadeusz Jedrzejczak, Mitglied des Vorstands der Wojewodschaft Lubuskie, die Eintragung der Spediteursfamilie Wilke ins Goldene Buch der Stadt Guben.