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| 15:13 Uhr

Neujahrsempfang
Hut ab vor engagierten Menschen

Rund 200 Gäste haben am Neujahrsempfang der Stadt Guben-Gubin am Freitag teilgenommen.
Rund 200 Gäste haben am Neujahrsempfang der Stadt Guben-Gubin am Freitag teilgenommen. FOTO: Foto-Werner
Guben. Beim Neujahrsempfang der Eurostadt Guben-Gubin wurden auch Bürger geehrt.

Rund 200 Gäste haben den traditionellen Neujahrsempfang der Eurostadt Guben-Gubin am Freitagabend im Kulturhaus Gubin gefeiert. Gewürdigt wurden außergewöhnliche Menschen, die sich bereits seit Jahren für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit engagieren. An den Gubiner Unternehmer Andrzej Iwanicki ging der Titel „Ehrenbürger der Stadt Gubin“.

Symbolisch den Hut zog Gubens amtierender Bürgermeister Fred Mahro in seiner Festtagsrede unter anderem vor den Unternehmern Frank Pritzsche („Möbel-Hoffmann“) sowie Karsten und Daniel Löhr („Megaflex“), die zahlreiche Arbeitsplätze in der Stadt sichern. Ein Dank ging aber auch an Frank Müller als Leiter der expandierenden Gubener Friedensschule, an Horst Wetzel, der sich als aktiver Flüchtlingspate einen Namen gemacht hat, an die Künstlerin Sigrid Noack, deren Werke weltweit bekannt sind, und an Nico Hamel als einen der Feuerwehrmänner, die in den letzen Monate viele Brände in der Neißestadt löschen mussten.

Für die Vorsitzende der Stadtverodnetenversammlung Kerstin Nedoma (Die Linke) hat sich Guben-Gubin zu einer „Stadt als Symbol der Welt“ entwickelt - weil sich die Einwohner gemeinsam den demographischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen stellen. Auch der Bundestagsabgeordnete Ulrich Freese (SPD) betont, dass das Trennende beiseite geschoben werden müsse und „Europa offen für alle Menschen“ sei. Den Gubenern und Gubinern bescheinigt er bei der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sogar eine Vorreiterrolle.

Günter Quiel wurde für seinen Kampf für die Stadt- und Hauptkirche ausgezeichnet.
Günter Quiel wurde für seinen Kampf für die Stadt- und Hauptkirche ausgezeichnet. FOTO: Silke Halpick

Zwei wichtige „Brückenbauer“ dabei sind Günter Quiel und Halina Nodzak. Quiel kämpft als Vorsitzender des Fördervereins zum Wiederaufbau der Stadt- und Hauptkirche unermüdlich für die Sanierung des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gotteshaus. „Es fehlt uns dazu nur noch eine Kleinigkeit: 40 Millionen Zloty“, sagt der Gubiner Bürgermeister Bartlomiej Bartczak grinsend.

Als wichtige „Brückenbauerin“ wurde Halina Nodzak geehrt.
Als wichtige „Brückenbauerin“ wurde Halina Nodzak geehrt. FOTO: Silke Halpick

Seine Landsmännin Halina Nodzak bringt als Leiterin des Gubener Stadtchors und des Chores Gloria Domine Gubin Deutsche dazu, vor Polen zu singen, und Polen, deutsche Lieder anzustimmen, wie Mahro betont. Beide wurden auf dem Neujahrsempfang geehrt.

Der Titel „Ehrenbürger der Stadt Gubin“ ging an den Unternehmer Andrzej Iwanicki. Seine Fabrik, in der Möbel vor allem für den deutschen Markt hergestellt werden, hat heute 800 Beschäftigte. Angefangen hatte er mit vier Mitarbeitern. Iwanicki gelte als „sozialer Arbeitgeber“, wie Bartczak betont, dessen Erfolgsrezept die für ihn tätigen Menschen seien.

Der Titel Ehrenbürger ging an den Unternehmer Andrzej Iwanicki.
Der Titel Ehrenbürger ging an den Unternehmer Andrzej Iwanicki. FOTO: Silke Halpick

Als Mitglied des Stadtrates habe sich Iwanicki immer auch für die positive Entwicklung Gubins eingesetzt. Iwanicki selbst ist sichtlich gerührt, als ihm der Stadratvorsitzende Eward Patek den Orden an die Brust heftet. Er will sich weiter für ein Krankenhaus in der Stadt stark machen, wie er betont. Das Gubiner wurde vor Jahren geschlossen.

Die grenzüberschreitende medizinische Versorgung ist auch das Stichwort für den Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger (CDU). Vor allem das Thema Rettungsdienst werde er weiter „beackern“, verspricht er.

Bisher dürfen die polnischen Krankenwagen die Grenze nicht überqueren, obwohl das Naemi-Wilke-Stift in Guben die nächst gelegene medizinische Einrichtung ist.  Das sorgt für Zeitverlust vor allem bei Notfällen, in denen es ums Überleben geht.  Die ersten Steine seien bereits aus dem Weg geräumt, betont Landrat Harald Altekrüger im Kulturhaus.

(Silke Halpick)