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| 02:39 Uhr

Behörden warnen vor Schweinepest

Forst. Die Afrikanische Schweinepest ist eine hochansteckende Krankheit für Wild- und Hausschweine. Diese Woche ist der erste Fall in Polen aufgetreten. Tierärzte halten ein Übergreifen nach Deutschland für möglich und bitten Bauern und Verbraucher deshalb um erhöhte Vorsichtsmaßnahmen. Zehntausende Tiere sind allein im Spree-Neiße-Kreis bedroht. Peter Althaus

Das Veterinäramt des Landkreises Spree-Neiße warnt Bauern und Verbraucher vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP). "Die ersten Fälle sind nun in Polen aufgetreten und die Seuche verbreitet sich weiter", sagte Amtstierarzt Dr. Dietmar Vogt am Mittwoch der RUNDSCHAU. Man befürchte ein Übergreifen auf Deutschland. "Der Virus ist hochansteckend und kann Haus- und Wildschweine befallen", sagte er. Vogt richtet seinen Appell in besonderer Weise an die Bauern des Landkreises. "Die Bio-Sicherheitsmaßnahmen sind strengstens einzuhalten", so Vogt. So sei nur betriebsangehörigen Personen der Zugang zu gewähren. "In den großen Anlagen gibt es Personalschleusen." Dennoch sollten Landwirte mit Schweinebeständen "noch strenger als sonst darauf achten".

Im Kreis werden rund 45 000 Schweine gehalten. Die größte Anlage in Spree-Neiße ist die Mastanlage in Löschen bei Drebkau. Allein dort werden mehr als 20 000 der Borstentiere gehalten. "Wir machen derzeit schon vermehrt Kontrollen als Vorsichtsmaßnahmen", so Vogt. "Die Landwirte sind auch selbst besorgt."

Die Afrikanische Schweinepest ist laut Amtstierarzt deshalb so gefährlich, weil es bisher keinen Impfstoff dagegen gibt. "Die Todesrate ist ungleich höher", so Vogt.

Sorgen macht sich Vogt derzeit insbesondere um die Schweine in Freilandhaltung. "Davon gibt es ja auch ein paar im Kreis", so Vogt. Dort sollte besonders darauf geachtet werden, dass die Tiere keinen Kontakt zu Wildschweinen bekommen.

Die EU-Kommission bestätigte offiziell das Auftreten des Erregers bei einem toten Wildschwein im Osten Polens. Es wird vermutet, dass die letzten Fälle auf die Wanderung infizierter Tiere aus Weißrussland zurückzuführen sind. Dort war die ASP bereits im Juni 2013 ausgebrochen. Das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit auf der Insel Riems weist darauf hin, dass eine Einschleppung in weitere EU-Länder nicht ausgeschlossen werden könne.

Der Landesbauernverband bittet darum auch die Verbraucher, keine Lebensmittel mit Rohwurst einzuführen. "Führen Sie keinesfalls Lebensmittel ein. Achten Sie strengstens auf die Hygienebestimmungen. Bereits eine mitgebrachte Wurststulle kann eine Katastrophe auslösen!", macht Holger Brantsch, Pressesprecher des Verbandes, deutlich. Auch Tierarzt Dietmar Vogt sieht diese Gefahr. "Der Erreger kann sich auch in Rohwurst halten. Salami und andere Wurst, wie auch Fleisch sollte also lieber in Osteuropa bleiben", so Vogt.

Auch die Jäger bittet der Veterinär um erhöhte Vorsicht. "Vor dem Ansprechen, also der Beschau vor dem Abschuss, sollte auf Symptome geachtet werden", so Vogt. Bei einem Verdacht sollte das Veterinäramt angesprochen werden. "Wir untersuchen die Proben dann", so Vogt.