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| 02:41 Uhr

Begegnungen auf dem Schachbrett

Schachgroßmeisterin Barbara Jarasz spielte beim Begegnungsfest zeitweilig gegen 15 Herausforderer gleichzeitig. Foto: Richter/utr1
Schachgroßmeisterin Barbara Jarasz spielte beim Begegnungsfest zeitweilig gegen 15 Herausforderer gleichzeitig. Foto: Richter/utr1 FOTO: Richter/utr1
Gubin/Guben. Deutsch-polnische Begegnung in Schwarz-Weiß: Schachgroßmeisterin Barbara Jarasz, die als Jugendliche für SV Chemie Guben viele Turniere bestritt, zeigte zum deutsch-polnischen Begegnungsfest ihre Klasse. Ute Richter

Ein Höhepunkt des deutsch-polnischen Begegnungsfestes ist am Wochenende zweifelsohne der Simultanschachwettbewerb mit der Schachgroßmeisterin Barbara Jarasz gewesen. Voller Konzentration spielte sie zeitweilig gleichzeitig gegen 15 Herausforderer. Drei Partien verlor sie. Auf die Idee mit dem Simultanschach beim Begegnungsfest war Anna Dziadek von der Bauhütte Kirche Gubin gekommen, die früher selbst Schach spielte.

Barbara Jarasz hatte mit sechs Jahren angefangen, Schach zu spielen. Mit zehn Jahren bestritt sie ihr erstes Turnier. Ihr Vater brachte ihr viel bei, später auch ihr erster Trainer Henryk Kowalski bei Carina Gubin. Eifrige Schachspielerin war sie auch während ihrer Zeit im Lyzeum Gubin. In der Abiturklasse trat sie dem SV Chemie Guben bei. Dort hatte sie bis zum Alter von 20 Jahren viele Erfolge in der Jugendklasse erzielt. 1996 erspielte sie sich ihre erste Medaille, einen 2. Platz bei einem polnischen Turnier.

Großmeisterin ist sie seit 2007, nachdem sie in drei Turnieren 2400 Punkte erreichte. "Man muss dafür an internationalen Turnieren teilnehmen, die hochrangig besetzt sind", erzählt Barbara Jarasz über weitere Voraussetzungen für die Erlangung des Großmeistertitels.

100 Spiele im Jahr bestreitet die heute 35-Jährige. Das sind etwa acht Turniere, an denen sie teilnimmt, wenn es die Zeit erlaubt. Denn als zweifache Mutter und berufstätige Frau bleibt nicht mehr so viel Zeit für ihr Hobby. Auch ihr Mann ist Schachgroßmeister und bestreitet viele Turniere in der Bundesliga für einen Verein in Trier.

Der Simultanschachwettbewerb am Samstag auf der Neißeinsel hat die junge Frau deswegen auch ganz schön angestrengt, denn die Umstände waren doch nicht alltäglich. "Es ging ja auch nicht wirklich darum, hier einen Titel zu holen", so Barbara Jarasz. Es sei mehr Spaß gewesen und es ging auch darum, Werbung für die Doppelstadt Guben/Gubin und den Schachsport zu machen. Außerdem schlugen zeitweilig die Emotionen sehr hoch, verriet die Schachgroßmeisterin, denn unter den Herausforderern waren auch Bekannte und Nachbarn der Eltern, die heute noch in Gubin wohnen.

Barbara Jarasz selbst lebt in Jelenia Gora und arbeitet dort als Buchalterin. Dort nutzt sie die Zeit neben Familie, Arbeit und Schach auch zum Wandern, Radfahren und Skifahren. Im September wird sie dann wieder in der polnischen Liga beim Schachturnier antreten.