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| 02:39 Uhr

Bauhaus als Touristenattraktion

Auch die Kirche Des Guten Hirten in Guben gehört zu den Bauten, die im neuen Tourismuskonzept mit vermarktet werden.
Auch die Kirche Des Guten Hirten in Guben gehört zu den Bauten, die im neuen Tourismuskonzept mit vermarktet werden. FOTO: Jana Pozar/zar1
Guben/Gubin. Architektonische Kostbarkeiten in der Energieregion Lausitz-Spreewald und in Südlubuskie sollen künftig touristisch vermarktet werden. "Unbekannte Moderne 2019" heißt das Projekt, mit dem der Blick auf Bauhaus-Villen gelenkt werden soll. Jana Pozar / zar1 zar1

Vertreter aus der Energieregion Lausitz und polnische Akteure der Woiwodschaft Lubuskie haben sich kürzlich erstmals in Gubin getroffen, um das Projekt "Unbekannte Moderne 2019" weiter auszuarbeiten. "Wir möchten den Reichtum der Bauhausmoderne aus der Industriezeit in der Energieregion Lausitz und in der Nachbarregion Südlubuskie nicht unentdeckt lassen", sagte Norman Müller, Geschäftsführer der Energieregion Lausitz-Spreewald GmbH. Er fügt hinzu, dass "wir uns auf die Spuren des Strukturwandels in altindustriellen Regionen begeben und das Bewusstsein der regionalen Identität über das Thema Bauhaus schärfen wollen".

Erstling von Mies van der Rohe

Beim Treffen in Gubin war unter anderem der Gubiner Bürgermeister Bartlomiej Bartczak dabei, der seinen Wunsch äußerte, die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Villa Wolf wieder aufzubauen. Das im Jahr 1926 erbaute Haus war das moderne Erstlingswerk des berühmten deutsch-amerikanischen Bauhausarchitekten Ludwig Mies van der Rohe. Mies van der Rohe gilt als einer der bedeutendsten Architekten der Moderne. Auch Norman Müller zeigte sich von dieser Idee begeistert. "Mich begeistert vor allem der internationale Aspekt", sagte er. Durch die Bekanntheit des Architekten Ludwig Mies van der Rohe, der später in den USA durch seine Glas- und Stahl-Hochhausbauten Bekanntheit erlangte, könne der Fokus in die Region gelenkt werden. "Dies könnte zum Beispiel für das touristische Angebot genutzt werden in einer Art Kulturtourismus", so Müller.

Weitere interessante Gebäude, die in die Touristikstrecke aufgenommen werden sollen, sind unter anderem die im Jugendstil erbaute Kirche Des Guten Hirten in Guben und das Gebäude der Feuerwehr in Gubin. "Das sind alles Bauten aus derselben Zeit, in der die Villa Wolf entstanden ist", erklärte Norman Müller. Überhaupt gebe es in der gesamten Euroregion vieler solcher Gebäude. Der einstige industrielle Reichtum in der heutigen Grenzregion habe eine Fülle dieser Bauten geschaffen. "Sie sind leider in Vergessenheit geraten, wir wollen sie wieder neu entdecken", betonte Norman Müller. Die schlummernden Potenziale müssen stärker in den Tourismus eingebracht werden. "Wir haben schließlich nicht nur schöne Landschaften sondern auch eine wertvolle Kultur und eine spannende Geschichte zu bieten", so Müller. Dem Ziel, ein langfristiges, über das Bauhausjahr 2019 hinausgehende kulturtouristische, grenzüberschreitendes Angebot zu entwickeln, wollen die Projekt-Mitarbeiter dadurch näher kommen, dass in allen Landkreisen der Energieregion Bauten der Moderne in touristischen Produkten vermarktet werden.

Zum Thema:
Gemeinsam mit dem Wojewodschaftsamt für Denkmalpflege in Zielona Gora möchte die Energieregion Lausitz-Spreewald GmbH ein neues kulturhistorisches Angebot entwickeln und im Rahmen des 100. Gründungsjubiläums des Staatlichen Bauhauses im Jahr 2019 international präsentieren. Mit der Erarbeitung des Konzepts und der Umsetzung ist das Institut für Neue Industriekultur Inik beauftragt worden. Das Projekt wird aus EU-Mitteln kofinanziert. zar1