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| 02:38 Uhr

Barrierefrei durch die Mitte

Viele der Wohnungen im mittleren Eingang des Wohnblockes stehen bereits leer.
Viele der Wohnungen im mittleren Eingang des Wohnblockes stehen bereits leer. FOTO: S. Halpick
Guben. Starten soll das eine Million Euro schwere und damit teuerste Projekt der Gubener Wohnungsbaugenossenschaft (GWG) im laufenden Jahr, sobald die "Freilenkungsphase abgeschlossen" ist. GWG-Chef Thomas Gerstmeier rechnet damit spätestens Mitte des Jahres. Silke Halpick

Schon jetzt steht rund ein Drittel der insgesamt 48 Wohnungen in der Gubener Goethestraße 84-84b leer. Allerdings müssen nicht alle Bewohner ausziehen. Der Umbauschwerpunkt liegt im mittleren Bereich. Die Randlagen seien auch während der Sanierung bewohnbar, wenngleich auch Gerstmeier damit einhergehende Lärmbelästigungen nicht ausschließen will.

Kernstück des Projektes ist der Einbau eines Fahrstuhles, durch den die Wohnungen des zu DDR-Zeiten gebauten Blocks vom Typ Lübbenau künftig barrierefrei erreichbar sind. Der Zugang erfolgt über einen neuen Mittelgang, der auf allen Etagen quer durch das gesamte Haus führt. Im Erdgeschoss soll es einen Gemeinschaftsraum geben, der von den Bewohnern oder für "wohnbegleitende" Dienstleistungen genutzt werden kann. In den Etagen darüber entstehen zwölf Zwei-Raum-Wohnungen mit rund 30 Quadratmetern Wohnfläche und ebenerdigen Duschen, ausgerichtet auf die Bedürfnisse alleinstehender Senioren. "Der Altersdurchschnitt unserer Mitglieder liegt bei 62 Jahren", sagt Gerstmeier. Die Nachfrage nach seniorengerechten Wohnungen steige stetig. Um den Menschen möglichst lange ein Leben in Genossenschaftswohnungen zu ermöglichen, setzt die GWG auf den "bedarfsgerechten und barrierearmen Umbau".

Dass diese Strategie offensichtlich aufgeht, zeigt der neue Wohnpark in der Gubener Altstadt. Alle 36 Wohnungen sind belegt - vorwiegend von Senioren und trotz Kaltmietpreisen, die mit 7,30 Euro pro Quadratmeter deutlich über dem Durchschnittswert von 4,65 Euro in Guben liegen.

Auch mit Abrissgedanken muss sich die Gubener Genossenschaft aktuell nicht plagen. "Der Wohnungsleerstand liegt bei 7,6 Prozent", sagt Gerstmeier. Betroffen sind vor allem Wohnungen in den obersten Stockwerken, die grundsätzlich schwer vermietbar seien. "Wir haben in der Vergangenheit bereits eine ganze Reihe von Wohnungen abgerissen", betont Gerstmeier. Einen weiteren Rückbau schließt er für die Zukunft nicht grundsätzlich aus, allerdings werde davon "erst in 13 bis 14 Jahren die Rede sein", wagt er eine Prognose.

Rund drei Millionen Euro hat die GWG im Vorjahr in Baumaßnahmen an ihren Objekten investiert. Unter anderem wurden Fassaden, Treppen und Zuwegungen erneuert - auch in Wohnkomplexen, die im Rahmen des Gubener Stadtentwicklungskonzeptes als Rückbaugebiete unter Beobachtung stehen. Ähnlich hoch ist das eingeplante Budget für 2017. Barrierefrei umgebaut werden soll beispielsweise das Verwaltungsgebäude in der Kaltenborner Straße. Ein Mitgliedertreff entsteht aktuell in der Erich-Weinert-Straße. Dort soll es künftig Beratungsangebote sowie Veranstaltungen geben, sagt Vorstandsmitglied Volkmar Paffenholz.