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| 11:00 Uhr

Schenkendöbern
Bärenklauer ärgert sich über vermoddertes Fließ

Heribert Palme holt mit seiner Harke viel vermodderte Pflanzenreste aus dem Schwarzen Fließ.
Heribert Palme holt mit seiner Harke viel vermodderte Pflanzenreste aus dem Schwarzen Fließ. FOTO: LR / Silke Halpick
Bärenklau. Gewässerverband verweist auf nötigen Abstand, damit die Maschinen auch arbeiten können.

Über das vollkommen zugewachsene Schwarze Fließ, das quer über sein Grundstück verläuft, ärgert sich Heribert Palme aus Bärenklau im Spree-Neiße-Kreis. Trotz mehrmaliger Nachfragen in der Gemeindeverwaltung Schenkendöbern ist nichts passiert, moniert er.

Grundsätzlich ist der Gewässerverband Spree-Neiße dafür zuständig, stellt Holger Häckert vom Ordnungsamt der Gemeinde Schenkendöbern auf RUNDSCHAU-Nachfrage fest.  „Die Unterhaltungsaufwendungen beschränken sich in Bärenklau auf ein Minimum, da das Schwarze Fließ weitestgehend trocken ist“, erklärt Silvio Alich, Geschäftsführer des Gewässerverbandes Spree-Neiße.

Bei Familie Palme staut sich allerdings das Wasser, tritt über den natürlichen Lauf des Grabens und überflutet teilweise das Grundstück. Doch das ist für Heribert Palme eher nebensächlich. „Richtig schlimm ist der Geruch im Sommer“, sagt er. Mit einer Harke holt er aus dem Fließ vermodderte Pflanzenreste heraus. „Wir bezahlen doch auch für die Unterhaltung der Gewässer“, sagt er.

Der Gewässerverband Spree-Neiße ist für insgesamt 1000 Kilometer Gewässer in seinem Verbandsgebiet zuständig, wie Ulrich Fehlig vom Gewässerverband erklärt. Für die Unterhaltungsarbeiten zahlen die Kommunen seinen Angaben zufolge 6,75 Euro je 10 000 Hektar. „Das sind bei einem 1000 Quadratmeter großen Grundstück 67,5 Cent pro Jahr“, betont er. Die Kommunen ihrerseits legen die Beiträge entweder über die Grundstückssteuer oder einen Einzelbescheid um.

Nicht selten scheitert die Bewirtschaftung der Gräben auf Privatgrundstücken aber daran, dass die Arbeitsfreiheit für die Maschinen nicht gewährleistet werden kann.  „Das ist eine Anliegerpflicht“, betont Fehlig. Ein Fünf-Meter-Streifen sei notwendig, damit der Traktor arbeiten und maschinell die Gräben beräumen kann. Stehen aber Hecken, Zäune oder Gebäude im Weg, wird Handarbeit notwendig. Die Mehrkosten dafür müssen die Grundstücksbesitzer tragen. Geregelt sei das im Paragrafen 85 des Brandenburgischen Wassergesetzes, so Fehlig. Mit rund fünf Euro pro Meter müsse gerechnet werden, sagt er.

Das Schwarze Fließ hat seine Quelle in Bärenklau, fließt in Richtung Guben, mündet in die Alte Mutter und anschließend in die Neiße. Aktuell wird das Fließ durch Brunnen versorgt, die der Tagebaubetreiber Leag errichtet hat. „Die Gemeinde hat lange dafür gekämpft“, sagt Palme. Vor allem deshalb findet er es schade, dass sich jetzt für die Unterhaltung offenbar niemand interessiert.

Der Gewässerverband Spree-Neiße verweist darauf, dass sich Grundstücksbesitzer mit ihren Problemen direkt unter Telefon 0355 2891370 melden und auch unabhängig von den Gewässerschauen einen Vor-Ort-Termin vereinbaren können.

(sha)