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| 15:03 Uhr

Anwohner kritisieren Bergbauunternehmen Leag
Bärenklau sackt ab: Vier Jahre nach Bergschaden-Anzeige wenig passiert

 Heribert Palme (v.) auf seinem Grundstück in Bärenklau. Hinter dem Haus ist der Boden um etwa einen Meter abgesackt.
Heribert Palme (v.) auf seinem Grundstück in Bärenklau. Hinter dem Haus ist der Boden um etwa einen Meter abgesackt. FOTO: LR / Daniel Schauff
Bärenklau. In Bärenklau senkt sich der Boden. Vier Jahre nachdem Anwohner eine Bergschaden-Anzeige bei Bergbaubetreiber Leag eingereicht haben, ist wenig passiert. Nun wird die Sache bearbeitet, aber auch das kann dauern. Von Daniel Schauff

Von der Straße aus lässt sich kaum erahnen, wie weitläufig Heribert Palmes Grundstück in Bärenklau ist. Selbst wenn er das massive Tor vor der Einfahrt öffnet, fällt der Blick zunächst nur auf einen Hof. Und auf eine Scheune. Die bereitet Heribert Palme Sorgen. Und nicht nur die.

„Eigentlich darf man da gar nicht mehr rein“, sagt Palme und öffnet das Scheunentor. Während im vorderen Teil des alten Bauwerks noch alles stabil und sicher wirkt, wird im hinteren Teil erst deutlich, was Palme meint. Der Steinboden ist an mehreren Stellen gebrochen und locker, ein breiter Spalt zwischen den Scheunenwänden gibt den Blick auf den Rest des Grundstücks an der Bärenklauer Hauptstraße frei.

Dort bietet sich kein anderes Bild – Teile des Grundstücks liegen mittlerweile gut und gerne mehr als ein Meter weit unter dem Rest des Grundstücks. Ein Problem, das Palme mit einer ganzen Reihe von Nachbarn teilt. 2017 berichtete die RUNDSCHAU das erste Mal über das sich senkende Bärenklau. Daraufhin kam das ZDF in den Ort, daraufhin reagierte auch der Bergbaubetreiber Leag.

Grundwasserabsenkung als Ursache?

Der, davon sind die Betroffenen überzeugt, ist verantwortlich für die massiven Schäden an den Häusern und Grundstücken am Fließ. Durch die Grundwasserabsenkung für den nahen Tagebau Jänschwalde trockne der torfige Boden unter Bärenklau aus. Die Folge: Senkungen.

 Der Boden in Palmes Scheune ist zerbrochen. Eigentlich, sagt der Bärenklauer, dürfe man die Scheune gar nicht mehr betreten.
Der Boden in Palmes Scheune ist zerbrochen. Eigentlich, sagt der Bärenklauer, dürfe man die Scheune gar nicht mehr betreten. FOTO: LR / Daniel Schauff

Gebäudemessungen und Verlegung der Wasser-Einlaufstelle im Schwarzen Fließ sollen einerseits Aufschluss über Setzungen an den betroffenen Gebäuden geben, andererseits dem Wassermangel im Boden entgegenwirken.

Zufrieden will sich Heribert Palme damit nicht geben. Er blickt auf die Rasenfläche hinter seinem Haus, auf die Schäden rund um das Gebäude. Mehr als vier Jahre sei es jetzt her, dass er bei der Leag einen vermeintlichen Bergschaden angezeigt hat. Am 14. April 2015 habe er die notwendigen Unterlagen eingereicht. Es geschah nichts, sagt er.

Viel Zeit vergangen

Eineinhalb Jahre später erkundigt sich Palme bei der Leag. Die Daten hat er auf einem Zettel notiert. Im September 2016 dann kamen Experten zur Ortsbesichtigung. Eineinhalb Jahre später kamen Messbolzen auch an sein Haus, wurden Bohrungen, Sondierungen und weitere Arbeiten seitens der Leag auf seinem Grundstück vorgenommen. Im Mai 2018 folgte die erste Messung, im Februar 2019 die zweite. So steht es auf dem Zettel, den Palme vorbereitet hat.

Was ihn am meisten ärgert – die lange Zeit, die zwischen Schadensanzeige und ersten Maßnahmen vergangen ist. „Da haben wir fast zwei Jahre verloren“, sagt er. Zwei Jahre, in denen er sein Grundstück hätte entlasten können. In den letzten Jahren, sagt Palme, habe er massenhaft Sand angeschüttet, um die Senkungen auszugleichen. Palme: „Das habe ich aufgegeben.“

Das von Palme kritisierte Bergbauunternehmen Leag gab auf RUNDSCHAU-Anfrage keine Stellungnahme ab.

 Der Boden in Palmes Scheune ist zerbrochen. Eigentlich, sagt der Bärenklauer, dürfe man die Scheue gar nicht mehr betreten.
Der Boden in Palmes Scheune ist zerbrochen. Eigentlich, sagt der Bärenklauer, dürfe man die Scheue gar nicht mehr betreten. FOTO: LR / Daniel Schauff