Das gefaxte Ministeriumsschreiben hatten am Mittwoch auch die Mitglieder des Bildungsausschusses der Stadtverordnetenversammlung auf ihren Tischen. Ausschussvorsitzender Peter Stephan (Linke) kommentierte es mit den Worten, dass die Linke unabhängig von dem Schulversuch der Schließung der Diesterwegschule nicht zustimmen werde. Doch das Dilemma ist durch den Bescheid perfekt. Denn die Stadtverordneten hatten in die Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung im Mai die Bewilligung des deutsch-polnischen Schulprojektes für die Diesterwegschule eingeschlossen. Gefordert hatte diese Fortschreibung das Land. Sie sollte Grundlage sein, um über das deutsch-polnische Schulprojekt entscheiden zu können. Denn das Land hatte bereits einer Gubener Schulentwicklungsplanung für die Zeit von 2007 bis 2012 zugestimmt. Diese beinhaltete die Auflösung der Diesterweg-Grundschule bereits zum Schuljahr 2007/2008.

Von der jetzigen Zustimmung des Landes zum mehrsprachigen Schulprojekt wiederum hatten die Stadtverordneten die Beantragung von Fördermitteln für Schulsanierung und -rekonstruktion am bisherigen Standort Am Gehege abhängig gemacht.

Die Ablehnung des Schulprojektes lässt die Schlussfolgerung zu, dass die Fördermittelbeantragung jetzt nicht stattfindet. Und sie wäre vermutlich auch nicht von Erfolg gekrönt. Denn der Euroregionsvorstand hatte zwar im März eine Förderung für die Diesterwegschule in Aussicht gestellt, aber eben im Zusammenhang mit dem deutsch-polnischen Schulprojekt.

An diese Kopplung von Schulprojekt und Fördermitteln am Standort Am Gehege erinnerte auch Stadtverordneter Frank Kramer (Wir Gubener Bürger) im Bildungsausschuss am Mittwoch. Er sagte aber auch, dass dem Elternwillen bei der künftigen Schulwahl Rechnung zu tragen sei. Offen sei jedoch, ob dieser so bleibe wie bisher. Käme zwei Jahre hintereinander keine erste Klasse zustande, ließe sich die Schule nicht halten, auch nicht an dem jetzigen Standort.

Das Ministerium begründet die Einzügigkeit der Diesterwegschule als “mit den Grundsätzen des Haushaltsrechts nicht vereinbar„. Auch Lehrermangel mit Fächerkombination Fremdsprache und Sachfach war ein Ablehnungsaspekt.