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| 17:48 Uhr

Ausstellung
Ausstellung zum Wert der Bäume

Die Sonderausstellung vom BUND Brandenburg zum „Wert der Bäume“ wurde am Montagabend im Stadt- und Industriemuseum in Guben eröffnet. Fünf Infotafeln erklären, wie wichtig Bäume für das Ökosystem sind.
Die Sonderausstellung vom BUND Brandenburg zum „Wert der Bäume“ wurde am Montagabend im Stadt- und Industriemuseum in Guben eröffnet. Fünf Infotafeln erklären, wie wichtig Bäume für das Ökosystem sind. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Guben. Die Baumschutzverordnung der Stadt Guben ist streng, aber Ortsgruppe kritisiert Ausnahmen. Von Michéle-Cathrin Zeidler

Der Gubener BUND-Ortsgruppe liegt der Baumschutz besonders am Herzen. „Wir sind auf ihre Initiative hier“, sagt Axel Heinzel-Berndt, Naturschutzreferent beim BUND Brandenburg. „Sie wollte für dieses Thema sensibilisieren, da sie das Gefühl hat, dass es zu viele Ausnahmegenehmigungen bei den Baumfällungen gibt.“ Generell spricht sich Axel Heinzel-Berndt allerdings positiv für den Baumschutz in Guben aus. „In Spree-Neiße ist der Baumschutz über die Baumschutzsatzungverordnung geregelt“, erklärt er. Demnach sind Bäume ab einem Umfang von 60 Zentimetern geschützt.„Eine solche Verordnung hat nicht jeder Landkreis. In Märkisch-Oderland, Oberhavel und der Uckermark gibt es keine Baumschutzverordnung“, so der Experte. „Das ist also positiv zu bewerten.“ Aber Guben geht noch weiter. „Die Stadt hat sich eine eigene Baumschutzsatzung aufgelegt“, sagt Axel Heinzel-Berndt. „Die ist strenger und schützt Bäume bereits ab einem Umfang von 30 Zentimetern.“ Probleme räumt er allerdings generell bei der Kontrolle der Nachpflanzungen ein. Hier würden häufig die Kapazitäten fehlen und auch Verstöße sollten konsequent bestraft werden. Außerdem führe die bestehende Rechtslage dazu, dass ein Baum im Zweifelsfall eher gefällt wird, um spätere Haftungen bei Schäden auszuschließen.

„Theoretisch dürften in der Zeit vom 1. März bis Ende September keine Bäume gefällt werden“, erklärt Axel Heinzel-Berndt weiter. „Das dient dem Schutz der Vogelnester.“ Trotzdem beobachtet der BUND auch nach diesem Stichtag jedes Jahr zahlreiche Fällungen. „Wir wollen die Menschen einfach ein wenig sensibilisieren, und so manche Fällung lässt sich mit dem Wissen aus der Ausstellung vielleicht verhindern“, hofft der Naturschutzreferent.

Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung fand eine Infoveranstaltung statt. Diese nutzte  Naturschützer Uwe Tzscheppan als Podium und verwies auf zahlreichen Fällungen von geschützten Bäumen innerhalb der Vegetationszeit. Er hofft, dass bei der Planung der Erweiterung des Stadtparks Experten berücksichtigt werden. „Die Bürger sollten einbezogen würden“, wünscht sich auch Jürgen Zenner von der Gubener BUND-Ortsgruppe. „Wir sollten die städtischen Flächen für den Erhalt der biologischen Vielfalt nutzen und eine Streuobstwiese anlegen.“

Museumsleiterin Heike Rochlitz betont die Wichtigkeit des Themas.
Museumsleiterin Heike Rochlitz betont die Wichtigkeit des Themas. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler