| 17:27 Uhr

Guben
Ausbau der Flemmingstraße wird diskutiert

Guben. Stadtverordnete befürworten höhere Belastungsklasse. Verwaltung sieht keine Notwendigkeit und verweist auf höhere Kosten.

Der Ausbau der Flemmingstraße sorgt für Diskussionen im Gubener Umweltausschuss. Vor allem geht es dabei um die Wahl der Belastungsklasse, die nach Ansicht mehrerer Stadtverordneter erhöht werden soll. Das kostet nach Angaben der Verwaltung rund 10 000 Euro mehr und ist aus Sicht von Baufachbereichsleiter Sven Rogosky unnötig.

Laut bisheriger Planung ist die Belastungsklasse 1,8 vorgesehen, mit der Sammelstraßen und wenig befahrene Hauptgeschäftsstraßen gebaut werden. Ausgelegt ist die Klasse für mehr als eine Million Fahrzeuge mit einem Gewicht von zehn Tonnen. Die nächst höhere Belastungsklasse 3,2 kommt in der Praxis bei Verbindungsstraßen zum Einsatz mit mehr als 1,8 Million Schwertransportern. Der Unterschied: Bei der höheren Belastungsklasse wird eine sechs Zentimeter dicke Asphaltbinderschicht eingebaut. Im Gegenzug reduzieren sich die Schotter- und Asphalttragschicht.

Mit der 3,2er-Belastungsklasse würde man mit einer 225-prozentigen Sicherheit bauen, betont Rogosky. Er zweifelt dran, ob die Mehrkosten gerechtfertigt sind und sich die Stadt diese Zusatzausgaben leisten kann. Ohnehin werden sich die geplanten Ausgaben aufgrund der mittlerweile gestiegenen Preise wahrscheinlich erhöhen, wie er betont.

Der Zustand der Flemmingstraße ist miserabel. Das räumt sogar der amtierende Bürgermeister Fred Mahro ein. Gelitten hat die Verkehrsader in der Obersprucke im vergangenen Jahr vor allem infolge der Brückenbaumaßnahme in der Karl-Marx-Straße. Bauherr war der Landkreis Spree-Neiße. Während der Bauzeit führte die offiziell ausgeschilderte Umleitungsstrecke hier entlang.

Der grundhafte Ausbau ist schon lange geplant. Finanziert werden soll er aus Fördermitteln des Bundes für finanzschwache Kommunen. Mit Gesamtkosten von rund 700 000 Euro wird bisher gerechnet. Der Baustart ist nach der Frostperiode vorgesehen. Während der Baumaßnahme soll der Verkehr durch eine intelligente Verkehrsführung auf mehrere Straßen verteilt und diese entlastet werden.

(sha)