Von Thomas Engelhardt

Vorweihnachtliches Geschenk für die Stadt Guben: Ines Jesse, Staatssekretärin im Brandenburger Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, überreichte am Donnerstag im Rathaus Fördermittelbescheide über insgesamt knapp 1,8 Millionen Euro. Das Geld soll unter anderem in die Aufwertung der Altstadt West fließen, aber auch in den Rückbau von Wohnblöcken der Gubener Wohnungsgesellschaft (Guwo).

Im Gespräch mit der Staatssekretärin erklärte Nadine Städter, die im Fachbereich VI der Stadtverwaltung für das Thema Städtebauförderung zuständig ist, dass die Verbesserung der Infrastruktur in der Altstadt West aktuell einer der Schwerpunkte sei, die die Verwaltung vorantreibe. Mit rund 1,1 Millionen Euro soll in diesen Bereich der größte Teil der Gesamtsumme fließen, so Ines Jesse. Geplant sind unter anderem Maßnahmen an der Friedrich-Engels-Straße und der Hegelstraße. Aber auch der Platz des Gedenkens soll aufgewertet werden.

Über einen der insgesamt vier Zuwendungsbescheide, und zwar über rund 87 000 Euro, kann sich die Guwo freuen. Gubens größtes Wohnungsunternehmen will damit drei weitere Blöcke an der Leon­hard-Frank-Straße abreißen. Laut Geschäftsführer Peter Wiepke sollen die Arbeiten wahrscheinlich im zweiten Quartal 2019 beginnen. An einem weiteren Abriss von nicht mehr benötigtem Wohnraum werde man auch in den Folgejahren nicht vorbeikommen, betonte der Geschäftsführer. „Die demografische Entwicklung für Guben sieht weiter einen Rückgang der Einwohnerzahl vor. Sollten sich die Bedingungen ändern, könnten wir sofort mit dem Abreißen aufhören. Aber derzeit ist es unsere Pflicht, den weiteren Rückbau zu planen.“

Ein Problem dabei: Die vom Land zur Verfügung gestellten 70 Euro pro Abriss-Quadratmeter reichen nicht aus. Die Baukosten seien zuletzt deutlich gestiegen. Und auch die Freilenkung von Blöcken sei oft sehr kostenaufwendig.

Weitere 0,5 Millionen Euro sollen laut Staatssekretärin Jesse in die innerstädtische Altbausubstanz fließen. Und 90 000 Euro sind für das Stadtteilmanagement und verschiedene Projekte in der Obersprucke vorgesehen. Damit soll das Miteinander im Wohnpark gestärkt werden.

Insgesamt, so die Einschätzung der Staatssekretärin, sei Guben strategisch gut aufgestellt, um die Herausforderungen anzupacken. Das Land Brandenburg habe daran einen nicht unerheblichen Anteil: Seit der Wende seien – die Jahre bis 2021 bereits eingeschlossen – allein etwas mehr als 54 Millionen Euro an Städtebauförderung in die Neißestadt geflossen. Dazu kämen noch einmal mehr als 24 Millionen Euro Wohnraumförderung.

Generell seien die Maßnahmen aber nur möglich, weil auch die Kommunen ihren Eigenanteil zur Finanzierung beisteuern, so die Staatssekretärin. Dieser Anteil liege aktuell bei rund einem Drittel.