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| 17:27 Uhr

Festwochenende
Auftakt im Zeichen der Retter

Die Kinder der Stift-Kita erfreuen die Besucher der 140. Jahresfeier mit einem Lied. Für eine weiteres Jahr Kooperation mit der Kita in Gubin liegt der Förderbescheid vor, so Pastor Stefan Süß.
Die Kinder der Stift-Kita erfreuen die Besucher der 140. Jahresfeier mit einem Lied. Für eine weiteres Jahr Kooperation mit der Kita in Gubin liegt der Förderbescheid vor, so Pastor Stefan Süß. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Guben. Naemi-Wilke-Stift feiert 140. Jahrestag: Rettungsdienste geben Einblick in ihre Arbeit. Michèle-Cathrin Zeidler

Mit einem Tag der offenen Tür der Rettungsdienste beiderseits der Neiße eröffnete das Gubener Naemi-Wilke-Stift am Freitag sein Festwochenende zum 140. Jahrestag. „Im Namen seiner verstorbenen Tochter stiftete Friedrich Wilke 1878 das Naemi-Wilke-Stift“, blickt Pastor Stefan Süß zurück. „Ihm ging es darum, Leben zu retten und Gesundheit zu sichern.“ Für dieses Ziel stehe das Krankenhaus bis heute.

An diesem Wochenende feiert allerdings nicht nur das Naemi-Wilke-Stift seinen 140. Geburtstag: Auch das Netzwerk Gesunder Kinder besteht in diesem Jahr seit zehn Jahren und die Eltern-Kind-Gruppe in der Kindertagesstätte vor fünf Jahren gegründet.

„140 Jahre nah bei den Menschen“ - dieses Motto findet Bürgermeister Fred Mahro für das Jahresfest gelungen. „Noch besser wäre allerdings - 140 Jahre für die Menschen“, so das Stadtoberhaupt. „Für Guben ist es wichtig, dass sich das Krankenhaus weiterhin so positiv entwickelt.“

Martin Schmidt, der Leiter der Wachstation, erklärt und demonstriert das Vorgehen bei der Notfallversorgung von Patienten
Martin Schmidt, der Leiter der Wachstation, erklärt und demonstriert das Vorgehen bei der Notfallversorgung von Patienten FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler

Einen Einblick in die Arbeit der Rettungsdienste in Deutschland und Polen erhielten die Besucher bei John Schölzke und seine Kollegen. „Noch immer besteht kein Abkommen für die Notfallversorgung bei grenzüberschreitenden Rettungseinsätze“, erklärt der Gubener Rettungsassistent.  Die deutsch-polnische Grenze kann -– zumindest theoretisch –- Leben kosten. Die polnischen Kollegen dürfen nämlich aktuell nicht das Naemi-Wilke-Stift anfahren, auch wenn es aus Gubin gefühlt in Sichtweite ist. „Es freut mich, dass die Euroregion dort die Gespräche vorantreibt“, so John Schölzke. Er wünscht sich ein bilaterales Abkommen, damit bei einem Notfall das nächst geeignete Krankenhaus angefahren wird und verweist auf erfolgreiche Vereinbarungen in Österreich.

An der Station von Martin Schmidt konnten sich Interessierte über die Möglichkeiten der Erstversorgung informieren und das Erlernte an einer Puppe direkt ausprobieren. „Der Unterschied zwischen Bewusstlosigkeit und Herzstillstand erkennt man an der Atmung“, erklärt der Leiter der Wachstation. Atmet der Patient noch, sei er bewusstlos und müsse in die stabile Seitenlage gedreht werden. „Bei Atemstillstand muss die Herzdruckmassage erfolgen“, so Schmidt. Um die Hemmschwelle zu senken, werde keine Mund-zu-Mund-Beatmung mehr vorgeschrieben: „Generell gilt: Man kann eigentlich nichts verkehrt machen, sondern nur helfen.“