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| 02:41 Uhr

Aufschub bis Mai für erneute Gubener Kunstdebatte

Das Wandbild in der ehemaligen Diesterwegschule. Foto: Stadt Guben
Das Wandbild in der ehemaligen Diesterwegschule. Foto: Stadt Guben FOTO: Stadt Guben
Guben. Die Entscheidung über den Umgang mit dem in der ehemaligen Diesterweg-Schule in Guben jahrzehntelang hinter Paneelen versteckten Wandbild des Cottbuser Malers Günther Friedrich ist erneut aufgeschoben worden. Das bereits stillgelegte Schulgebäude soll abgerissen werden. B.M.

Damit steht der Verbleib des Wandbildes infrage. Die Mitglieder des Haushalt- und Vergabeausschusses empfahlen das Thema am Mittwochabend zur Behandlung in der Stadtverordnetenversammlung am 2. Mai. Die Stadtverwaltung hatte zuvor ein von ihr in Auftrag gegebenes Gutachten zu Möglichkeiten und Kosten der Sicherung des Wandgemäldes vorgelegt. Darin zeigt Restauratorin Dorothee Schmidt-Breitung auf, dass das Wandbild abgetragen und auf einem neuen Untergrund gesichert werden könnte. Die Kosten würden sich auf knapp 29 000 Euro belaufen. Eine Finanzierung aus Fördermitteln wurde seitens des Landesamtes für Bauen und Verkehr Cottbus abgelehnt, wie die zuständige Fachbereichsleiterin Carola Huhold berichtete. Sie informierte das Gremium auch über ein zweites Gutachten, das im Auftrag der Abgeordneten ausgelöst wurde, um die urheberrechtlichen Ansprüche und den Wert des Kunstwerkes zu klären. Als Gutachter wurde Herbert Schirmer beauftragt. Huhold zitierte aus dem Gutachten, das den Fraktionen noch zugeleitet werden soll. Demnach schätzt Schirmer das Wandbild als nicht erhaltenswert ein. Schirmer war der letzte DDR-Kulturminister und von 1991 bis 1998 Direktor des Museums der Wasserburg Beeskow, wo er das "Dokumentationszentrum Kunst in der DDR" initiierte. Er ist stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Neue Kultur. Huhold zufolge ist die Witwe von Günther Friedrich informiert. Sie behält sich eine Entscheidung vor und will diese bis Anfang Mai mitteilen.