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Aufregender Schulstart

Atterwasch.. Nach bestandener Aufnahmeprüfung starteten am 8. August 29 polnische Jungen und Mädchen in der 10. Klasse der Europaschule die weitere Ausbildung. Eignungsprüfungen in Mathe, Deutsch und ein Einstufungsgespräch gingen dem ersten Schultag lange voraus. Um das Einleben in einer ungewohnten Umgebung und im neuen Land einfacher zu machen, beschnuppern sich deutsche und polnische Schüler seit Montag im Schulcamp am Deulowitzer See. Von Bernd Völzke


Sind erst einmal die Eignungsprüfungen geschafft, beginnt der eigentliche Stress: 23 neu polnische Schülerinnen und sechs Schüler sind für dieses Schuljahr zur zehnten Klasse der Europaschule „Marie & Pierre Curie“ zugelassen worden. Jetzt starten sie in eine neue Welt. Trotz sprachlicher Vorkenntnisse bedeutet der Besuch einer deutschen Schule eine enorme Umstellung: neue Umgebung, vorwiegend deutsche Schüler und ein fremdes Schulsystem.
Um Startschwierigkeiten zu vermeiden und sie so problemlos wie möglich zu integrieren und den Kontakt zu ihren deutschen Mitschülern zu vereinfachen, organisierte die Schulleitung ein Camp im Touristenstützpunkt am Deulowitzer See, das Montag begann.
Fern von der schulischen Atmosphäre und bei Sport und in geselliger Runde dauerte es nicht lange, Berührungsängste abzubauen. Denn die gleichaltrigen Europaschüler ließen es sich nicht nehmen, die neuen zu besuchen, um mit ihnen zu lernen und die Freizeit mit baden oder Boot fahren zu verbringen.
Am Dienstag gab es Unterricht in den Fächern Musik und Deutsch. Gestern stand am Nachmittag Volleyball auf dem Programm. Die erste Partie gewannen die jungen Polen. Klassenlehrerin Marion Möller zeigte sich angenehm überrascht, wie problemlos die Schüler miteinander umgehen. Dem gegenüber äußerte die 16-jährige Magdalena Grselka aus Nowa Sól, die gut Deutsch spricht, dass sie noch einige Gelegenheiten brauche, um die deutschen Schüler kennen zu lernen: „Die neue Schule finde ich gut, und alle sind sehr freundlich“ , beschreibt sie ihre ersten Eindrücke. Für die Europaschule hat sich Magdalena entschieden, weil sie einmal in Deutschland studieren und sich dort später beruflich engagieren möchte.
Am gestrigen Tag war zwar zwischen den deutschen und polnischen Jugendlichen noch etwas Distanz zu spüren. Das lege sich aber für gewöhnlich sehr schnell. Denn sich in ungezwungener Atmosphäre näher zu kommen, gemeinsam zu lernen und Freizeit miteinander zu verbringen, sind das beste Umfeld, Kontakte zu knüpfen und gemeinsam gute schulische Leistungen zu erreichen, davon ist Klassenlehrerin Marion Möller überzeugt. „Schließlich müssen alle bereits nach einem Jahr die zehnten Klasse mit einer Prüfung abschließen. Da ist es vorteilhaft, keine Isolation aufkommenzulassen“ , sagt sie.
Das aktuelle Schuljahr werden deutsche und polnische Schülerinnen und Schüler der Gubener Europaschule vorerst noch in getrennten Klassen verbringen. Erst ab der elften Klasse wird gemeinsam gelernt. Zu unterschiedliche wären sonst die Ausgangsbedingungen, erklärt Marion Möller weiter.
Dass sie nach einem Jahr eine feste Lerngemeinschaft sein werden, die sich gegenseitig unterstützt, davon sind Lehrer und Schüler überzeugt.