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| 17:22 Uhr

Kommunalpolitik
Auf ein Wort mit dem Stadtchef

Auch wenn die erste beiden Reihe fast unbesetzt blieben, war der Zuspruch doch groß. Knapp 30 Gubener kamen zur vierten Gesprächsrunde mit dem Bürgermeister Fred Mahro (CDU). Es ging vor allem um Grenzkriminalität, Raser und lärmende Jugendliche.
Auch wenn die erste beiden Reihe fast unbesetzt blieben, war der Zuspruch doch groß. Knapp 30 Gubener kamen zur vierten Gesprächsrunde mit dem Bürgermeister Fred Mahro (CDU). Es ging vor allem um Grenzkriminalität, Raser und lärmende Jugendliche. FOTO: LR / Silke Halpick
Guben. Gubens Bürgermeister Fred Mahro (CDU) setzt mit offener Diskussionsrunde auf Volksnähe. Von Silke Halpick

„Herr Schreiter, stellen Sie die erste Frage, die ist immer die schwerste“, sagt Gubens Bürgermeister Fred Mahro (CDU). Der Stadtchef hat am Mittwochabend wieder alle interessierten Bürger zu einer themenoffenen Gesprächsrunde eingeladen. Gekommen sind knapp 30. „Ich habe diesmal gar keine“, räumt Thomas Schreiter in der zweiten Reihe ein. Der Mitbegründer der Bürgerinitiative „Gläsernes Rathaus“ ist stadtbekannt und hat mit seinen kritischen Nachfragen schon manch kontroverse Diskussion an der Neiße ausgelöst.

Lange warten muss der Bürgermeister trotzdem nicht. Geschimpft wird beispielsweise über die Autofahrer, die auf der verkehrsberuhigten Frankfurter Straße in der Altstadt mit viel zu hoher Geschwindigkeit unterwegs sind. Jugendliche, darunter den Berichten zufolge auch minderjährige Flüchtlinge, die nachts Krach machen, sind ein Ärgernis. Aber auch die Vorwürfe, dass man sich als Frau abends nicht mehr allein auf die Straße getraue  und es kaum noch Polizeistreifen auf den Straßen gebe, kamen zur Sprache.

„Die Kriminalität ist noch in einem Maß vorhanden, wie sie der Stadt nicht gut tut“, räumt auch Mahro ein. Allerdings ist die Zahl der Delikte im Vergleich zu 2016 rückläufig, wie aus der aktuellen Polizeistatistik  hervorgeht (siehe Infokasten). „Mit unserer Petition haben wir einiges bewirkt“, sagt Mahro. Eine Liste mit 3800 Unterschriften hatten die Gubener im Juli 2014 an den Petitionsausschuss des Brandenburger Landtags übergeben. Damals gab es eine brutale Raubserie in der Stadt. Die Polizei reagierte mit verstärkter Präsenz. Die zusätzliche Hundertschaft ist mittlerweile aber wieder abgezogen.

Viele der angesprochenen Probleme seien „hausgemacht“, findet Mahro. Die Autofahrer, die die Frankfurter Straße entlang rasen, seien beispielsweise überwiegend Gubener. Das hat jetzt eine von der Stadt initiierte Verkehrszählung ergeben. Mahro will versuchen, dass man der Blitzergemeinschaft Neuhausen beitreten kann, um mit Polizei-unabhängigen Geschwindigkeitsmessungen der Raserei Einhalt gebieten zu können.

Etwas mehr Toleranz gegenüber Jugendlichen, die sich im Sommer auch auf öffentlichen Plätzen treffen, mahnt der Stadtchef an. „Wir waren doch alle mal jung“, sagt er. Nicht Wegschauen dürfe man aber, wenn Müll und Dreck einfach zurückgelassen werden. Er selbst habe sich angewöhnt, nach Dienstschluss noch eine Runde durch die Stadt zu fahren, erzählt er. Auf dieser Tour statte er aktuellen Problembereichen wie den Neißeterrassen oder dem Dreieck einen Besuch ab und fordere notfalls auch die „Jungs“ auf, ihren Müll wegzuräumen.

Die offenen Gesprächsrunden mit dem Bürgermeister haben in Guben bereits Tradition. Schon zum vierten Mal lud Fred Mahro ein, diesmal aber erstmals als gewählter Bürgermeister. Ihm sei es wichtig, „den Menschen, die sich bewusst auf den Weg gemacht haben“, zuzuhören, sagt er gegenüber der RUNDSCHAU, auch außerhalb der tagtäglichen Kontakte.

Monothematische Runden wie zum Stadtumbau oder dem Haushalt gehören in Guben ebenfalls zum Tagesgeschäft. Im Anschluss an eine Diskussion zum Umgang der Stadt mit Kunstwerken im öffentlichen Raum hatte sich im Herbst 2014 beispielsweise ein eigener Kunst- und Kulturbeirat gegründet.